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Erwerb von Personen- und Kapitalgesellschaftsanteilen durch Minderjährige

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Moritz Merkenich

Das Buch zeigt die rechtlichen Hürden bei einem Anteilserwerb durch Minderjährige auf. Gesellschaftsanteile werden von Minderjährigen aus unterschiedlichen Gründen erworben. Teilweise besteht ihr Wunsch darin, frühzeitig unternehmerisch tätig zu sein. Häufig dient der Erwerb innerfamiliären steuerlichen Zwecken. Der Autor beleuchtet, ob es für einen wirksamen Erwerb der elterlichen Zustimmung, der Bestellung eines Ergänzungspflegers oder der familiengerichtlichen Genehmigung bedarf. Hierbei unterscheidet er nach der Art des Anteilserwerbs sowie zwischen verschiedenen Rechtsformen einer Personen- und Kapitalgesellschaft. Außerdem untersucht er die Gestaltungsrechte des Minderjährigen nach einem Anteilserwerb, insbesondere die Haftungsbeschränkung und die Kündigung eines Mitgliedschaftsrechts.

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Vierter Teil: Der erworbene Gesellschaftsanteil

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Zuvor wurde erörtert, auf welche Weise und unter welchen Voraussetzungen ein Minderjähriger Gesellschaftsanteile erwerben kann. Nun soll dargestellt werden, welchen Situationen der Minderjährigen nach einem solchen Erwerb ausgesetzt sein kann. Zunächst stellt sich die Frage, zu welchen Rechtsfolgen ein fehlge- schlagener Erwerb führt. Im Anschluss wird untersucht, welche Möglichkeiten der Minderjährige im Falle eines wirksamen Vertrages hat, um seine Beteiligung wieder abzustoßen oder seine Haftung zu beschränken. A. Rechtsfolgen eines fehlerhaften Erwerbs Hat sich der Minderjährige in rechtsgeschäftlich unwirksamer Weise am Ab- schluss eines Gesellschaftsvertrages814 beteiligt – sei es mangels Zustimmung der Eltern, mangels Mitwirkung eines Ergänzungspflegers oder mangels Ertei- lung einer erforderlichen gerichtlichen Genehmigung –, ist das Rechtsgeschäft schwebend unwirksam815. Dasselbe gilt, wenn der Minderjährige im Wege der Aufnahme816 oder Anteilsübertragung817 in die Gesellschaft eintritt. Insoweit ist es grundsätzlich unerheblich, ob es sich um eine Personen-, Kapital- oder Innen- gesellschaft handelt. I. Beendigung des Schwebezustandes Der Schwebezustand kann auf unterschiedliche Art und Weise beendet werden. 814 Handelt es sich um eine Einpersonengesellschaft, ist die Gründung wegen §§ 111, 1915 Abs. 1, 1643 Abs. 3, 1831 BGB nichtig, vgl. J. Mayer, in: MüKo-GmbHG, § 2 Rn. 91. 815 J. Mayer, in: MüKo-GmbHG, § 2 Rn. 91; daran ändert auch die Mitwirkung eines sog. „noch zu bestellenden Ergänzungspflegers” nichts, vgl. Ivo, in: Wachter, FA Handels- und Gesellschaftsrecht, Teil 2, Kapitel 11, Rn. 14. 816 Bürger, RNotZ 2006, S. 156 ff. (S. 166 f.); Wertenbruch, in:...

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