Show Less

Die zivilrechtliche Haftung für Schiedsrichterentscheidungen im deutschen Profifußball und die Pflicht zur Einführung technischer Hilfsmittel

Patrick Redell

Dieses Buch stellt umfassend die zivilrechtlichen Haftungsverhältnisse für Schiedsrichterentscheidungen im deutschen Profifußball dar. Der Autor begutachtet die Haftung der Schiedsrichter, des DFB und des Ligaverbandes für Spielmanipulationen, falsche Tatsachenentscheidungen und Regelverstöße des Schiedsrichters während eines Fußballpflichtspiels. Er beantwortet die Frage, ob Bundesligavereine und deren Lizenzspieler möglicherweise einen Anspruch auf den Einsatz technischer Hilfsmittel im Fußball haben. Dabei wird deutlich, dass das moderne Fußballgeschäft juristisch unterschätzt wird. Trotz Geltung und Anwendung der Vereinsautonomie darf nicht vergessen werden, dass der Sport keinen rechtsfreien Raum darstellt, sondern der Beachtung zwingender gesetzlicher Normen bedarf.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Fünftes Kapitel – Pflicht zur Einführung von technischen Hilfsmitteln

Extract

177 Fünftes Kapitel – Pflicht zur Einführung von technischen Hilfsmitteln Ausgehend von den bisherigen Ergebnissen der Begutachtung für eine mögliche zivilrechtliche Haftung der Beteiligten für Fehlentscheidungen des Schiedsrichters auf dem Spielfeld, stellt sich anschließend die Frage, inwiefern dem Umstand be- gegnet werden kann, dass eine Haftung für falsche Tatsachenentscheidungen des Schiedsrichters grundlegend ausscheidet. Obwohl falsche Tatsachenentscheidungen einen objektiven Verstoß gegen das jeweilige vertragliche Pflichtenprogramm darstellen, scheitert eine Schadenersatz- pflicht in jedem Fall am fehlenden Verschulden des Schiedsrichters und demnach auch an einer Zurechnung fremden Verschuldens bezüglich des Ligaverbandes und des DFB gem. § 278 BGB aufgrund der Unvermeidbarkeit von falschen Tatsachen- entscheidungen i. S. d. § 276 Abs. 2 BGB. Fraglich ist nun insofern, ob Vorkehrungen getroffen werden können oder müs- sen, die es ermöglichen, den Umstand der „Unvermeidbarkeit“ einzuschränken oder (fast) auszuschließen. Dies könnte durch die Einführung und den Einsatz techni- scher Hilfsmittel möglich sein. Dann müsste zunächst eine rechtliche Vorschrift bestehen, die zum Einsatz sol- cher technischer Hilfsmittel verpflichten könnte: A. Als Nebenpflicht aus einem vertraglichen Schuldverhältnis I. Der Einsatz technischer Hilfsmittel als vertragliche Neben- bzw. Rücksichtnahmepflicht gem. § 241 Abs. 2 BGB Vorab zu prüfen ist die Frage, ob die Einführung und der Einsatz technischer Hilfs- mittel einer vertraglichen Nebenpflicht in Form einer Rücksichtnahmepflicht bzw. Schutzpflicht (im Weiteren: Rücksichtnahmepflicht) gem. § 241 Abs. 2 BGB ent- sprechen könnte. Götze/Lauterbach sind unter Berufung auf Wagner/Bücker...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.