Show Less

Tax Compliance aus unternehmensrechtlicher Sicht

Die Pflichtenstellung des Vorstandes angesichts systemischer Steuerrisiken internationaler Unternehmen

Series:

Armin Gasper

Das Buch bietet eine Definition des Begriffes Tax Compliance und eine Einordnung dieser in das Unternehmensgefüge unter Erörterung der Implementierung von Tax Compliance im Verhältnis zu Überwachungs- und Risikosteuerungssystemen. Der Autor stellt die Phänomenologie systemischer Steuerrisiken internationaler Unternehmen beruhend auf Anregungen der Praxis anhand verschiedener Referenzbeispiele dar. Ein zusätzlicher Perspektivwechsel zur Sorgfalt des Vorstands statuiert eine Pflicht zur Tax Compliance und schließt eine Definition möglicher Anforderungen und Maßstäbe für das Vorstandshandeln im Lichte von Tax Compliance unter Fokussierung auf die Normen §§ 76 I, 93 I, II AktG, § 130 OWiG sowie § 69 i.V.m. §§ 34 I, 35 AO an. Zuletzt diskutiert der Autor eine Best Practice für Tax Compliance.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

3. Kapitel: Pflicht zur Beherrschung der steuer(recht)lichen Risiken – Vorstandshandeln im Angesicht systemischer Steuerrisiken

Extract

Die Begriffsdefinition von Tax Compliance beinhaltet neben der Einhaltung ein- schlägiger steuerrechtlicher Normen zur präventiven Vermeidung von Haftungsri- siken für das Unternehmen auch die Vermeidung einer Haftung des Leitungsorgans des Unternehmens.998 Während im zweiten Kapitel „Phänomenologie systemischer Steuerrisiken in internationalen Unternehmen“ die Risikolage für das Unternehmen als Rechts- träger im Mittelpunkt der Betrachtung steht, richtet sich der Fokus nunmehr im dritten Kapitel „Pflicht zur Beherrschung der steuerlichen Risiken“ auf die Leitungsebene des Unternehmens. Angesichts der konstatierten, sich aus der systemischen steuerrechtlichen Risikola- ge für das Unternehmen ergebenden faktischen Notwendigkeit einer Tax Compliance im Unternehmen wie sie in dieser Arbeit definiert wurde, d.h. insbesondere unter Einbeziehung eines Tax Compliance-Systems, stellt sich die Frage nach einer näher de iure zu umreißenden Verantwortlichkeit bzw. Pflicht zur Beherrschung eben jener, der faktischen Notwendigkeit zu Grunde liegenden steuerrechtlichen Risiken. Sofern eine entsprechende abstrakte Pflicht auf normativer Grundlage anzunehmen ist, gilt es dann konkretere Maßstäbe dieser Pflicht zu bestimmen um auf diese Weise eine Basis für etwaige Mindestanforderungen bei der Etablierung von Tax Compliance im Unternehmen zu statuieren. Schwerpunkt dieser Untersuchung bilden gemäß des eingangs erwähnten Pers- pektivwechsels vom Rechtsträger Unternehmen hin zum agierenden Leitungsorgan ausgewählte Haftungsnormen, die an die Führungsebene des Unternehmens adres- siert sind, sowie die von ihnen vorausgesetzten Anforderungen bzw. Maßstäbe an ein legales Verhalten des Leitungsorgans. Auf Ebene des Gesellschaftsrechts handelt es sich um §§ 76 I, 93 AktG, aus dem Bereich des Ordnungswidrigkeitenrechts...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.