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Empraktische Vernunft

Volker Caysa

Im Anschluss an Martin Heidegger, Ernst Bloch, Karl Bühler und Pirmin Stekeler thematisiert der Band eine neue Philosophie der Praxis, die die Heideggersch-Blochsche Existenzialanalyse der Stimmungen mit einer empraktischen Handlungs- und Wissenstheorie verknüpft. Das Empraktische steht gegen die Zivilisationskrankheit der Hyperreflexivität. Wir leiden nicht an einem Übermaß von Selbstbewusstsein, sondern am Übermaß von Reflexivität. Die maßlose Rationalisierung aller Lebensbereiche löst nicht unsere Lebensprobleme, sondern schafft erst neue. Das Empraktische ist das vortheoretische Zurechtkommen in der Welt und ist gekennzeichnet durch eine begriffslose Präzision, durch die wir erfolgreich leben. Eine Philosophie des Empraktischen versucht, eine Theorie zu entwerfen für etwas, was auch ohne Theorie funktioniert.

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Vorwort

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Dieses Buch entstand in meiner Lodz-Leipziger Zeit� Gedankt sei deshalb Joanna Jablkowska wie auch Pirmin Stekeler-Weithofer für ihr intellektuelles Mäzena- tentum� Kritisch und wohlwollend haben sie in Zeiten der Analytisierung des Geistes dieses Experiment begleitet� Den Studenten am Philosophischen Institut der Universität Leipzig sei hier auch lobender Dank ausgesprochen� In mehreren Vorlesungsreihen konnte ich ihnen meine Überlegungen zum Empraktischen vortragen und sie gaben mit ihren Diskussionen mir manchen Grund zur Kor- rektur und Präzisierung� Wer über die Sehnsucht nachdenkt, über deren Gründe und Abgründe, inso- fern könnte man dieses Buch auch „Das Prinzip Sehnsucht“ nennen, geht an die Grenze� Grenzgängen ist eigen, dass sie gefährlich sind und manchmal tödlich enden� Die Gefahren des mit diesem Buch verbundenen Grenzgangs überlebt zu haben, verdanke ich meiner Frau Konstanze� Harko Benkert hat mich bei der Drucklegung dieses Buches in einer auch für ihn schwierigen Zeit unterstützt� Dafür sei ihm gedankt� Gemeinhin gelten Bücher, vor allem philosophische, als Wege, als Denkbe- wegungen� Als solche sind sie nicht nur Ankünfte, sondern auch Abschiede� Mit den „Körperutopien“ verabschiedete ich mich von Marx� Mit diesem Buch ver- abschiede ich mich von Nietzsche� Nietzsche ist tot – wir alle (Nietzscheinterpre- ten) haben ihn getötet: Ich und Du, und Du und Du … Jonathan Meese hat auf dem Nietzsche-Kongress 2009 in Naumburg den Tod Nietzsches skandallierend verkündet� Mit Nietzsche allein sind die Probleme nach dem Tode Gottes und des Men- schen nicht mehr...

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