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Empraktische Vernunft

Volker Caysa

Im Anschluss an Martin Heidegger, Ernst Bloch, Karl Bühler und Pirmin Stekeler thematisiert der Band eine neue Philosophie der Praxis, die die Heideggersch-Blochsche Existenzialanalyse der Stimmungen mit einer empraktischen Handlungs- und Wissenstheorie verknüpft. Das Empraktische steht gegen die Zivilisationskrankheit der Hyperreflexivität. Wir leiden nicht an einem Übermaß von Selbstbewusstsein, sondern am Übermaß von Reflexivität. Die maßlose Rationalisierung aller Lebensbereiche löst nicht unsere Lebensprobleme, sondern schafft erst neue. Das Empraktische ist das vortheoretische Zurechtkommen in der Welt und ist gekennzeichnet durch eine begriffslose Präzision, durch die wir erfolgreich leben. Eine Philosophie des Empraktischen versucht, eine Theorie zu entwerfen für etwas, was auch ohne Theorie funktioniert.

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14. Erinnerungsfunke

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Der empraktische Körper, der Leib als Vollzugskörper ist der Raum, dass Gefäß, in dem Bild und Wort gären� Als Fließ- und Verschmelzungskörper ist er die Be- dingung der Möglichkeit der Erfahrung des körperlichen Einsseins von Leib und Seele, Fleisch und Bild, Geste und Wort, Berührung und Zeichen, Traum und Existenz, Sein und Denken, Geschlecht und Sympathie, Rhythmus und Leben, das wir Kontagion1 nennen, die das Wesen der Liebe ist� Im Spannungsfeld von Kontagion, Sympathie, Liebe und Trieben entstehen im leiblichen Vollzugshandeln Wahlverwandtschaften, die wir allerdings nicht einfach absichtlich wählen, sondern die all zu oft uns (aus-)wählen� Kontagion ist aber nichts anderes als das Ereignis des Leibfunkens, der der Grund des Seelenfunkens ist� Die Kontagion der Seelen gibt es nicht ohne die Koinzidenz der Leiber� Die Kontagion der Geister stiftet sich in der Magie der Leiber; der Geistmagnetismus hat den Leibmagnetismus zur Bedingung; Kom- munikation gibt es nur weil es eine Kommunion der Seelenleiber gibt; die Wahl des Geistes basiert auf den Wahlverwandtschaften des Leibes� Leiblich wesen wir einander an� Eine Person west uns immer zunächst vollsinnlich-leiblich an� Das Anwesen des Anderen in mir, stiftet sich im Leiben des Leibes� Das Leiben des Leibes ist uns immer je schon gestimmt gegeben� Nicht nur für die Seele, sondern auch für den Leib gilt, dass Gleiches nur von Gleichem erkannt werden kann und wie die Seele so kann auch nur der Leib auf den anderen Leib wirken, dem er...

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