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Die Effektivität der Sprachförderung ein- und mehrsprachiger Kinder in vorschulischen Einrichtungen

Eine kontrollierte Interventionsstudie zur Evaluierung des Sprachförderkonzeptes «Language Route»

Detta Schütz

Dieses Buch beschäftigt sich mit der Fragestellung, ob die Sprachfördermaßnahmen, die in Kindertageseinrichtungen durchgeführt werden, nachweisbare Effekte auf die Sprachentwicklung der geförderten Kinder haben. Es werden zunächst verschiedene Evaluationsstudien vorgestellt, die diesbezüglich zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Auf dieser Grundlage entwickelt die Autorin Kriterien, die eine Sprachfördermaßnahme offenbar erfüllen sollte, um positiven Einfluss auf die Sprachentwicklung von Kindern haben zu können. Im Rahmen einer kontrollierten Interventionsstudie wurde exemplarisch die Effektivität des Sprachförderkonzeptes «Language Route» evaluiert. Die Ergebnisse dieser Evaluationsstudie werden ausführlich dargestellt.

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2 Spracherwerb

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2.1 Sprachentwicklung bei einsprachigen Kindern 2.1.1 Frühe kommunikative und sprachliche Fähigkeiten Am Ende des ersten Lebensjahres produzieren die meisten Kinder die ersten Wor- te� Damit dieser Meilenstein erreicht werden kann, muss das Kind zuvor bereits verschiedene wichtige Entwicklungsschritte durchlaufen haben� Von Geburt an sucht das Baby den Blickkontakt der Bezugspersonen und äu- ßert seine Bedürfnisse durch Schreien� Auf diese Weise tritt es in Interaktion mit den Personen in seiner Umgebung� Es verfügt bereits über prosodische Fähig- keiten, die es ihm ermöglichen, den sprachlichen Input, den ihm seine Bezugs- personen anbieten, zu analysieren� Es lernt, anhand der Betonungsmuster der Sprache einzelne Wörter aus dem Lautstrom zu isolieren (vgl� Szagun 2013, 58)� Die Bezugspersonen erleichtern den Kindern diese Analysen intuitiv, indem sie Sprachlehrstrategien anwenden, zu denen beispielsweise eine erhöhte Sprech- stimmlage, eine deutliche Betonung und ein vereinfachter Satzbau gehören (vgl� Ruberg/Rothweiler 2012, 28)� In der Interaktion mit den Bezugspersonen erwirbt das Kind kommunikative Fähigkeiten, wie beispielsweise hinweisen, bitten, auffordern und austauschen (vgl� Motsch 2010, 22)� Diese Handlungen werden gegen Ende des ersten Le- bensjahres von „wortähnlichen Lautklanggebilde(n)“ (ebd�, 22) begleitet� Das Kind hat nun die kommunikative Funktion von Sprache entdeckt� Zu Beginn des zweiten Lebensjahres entdeckt das Kind zudem die „Inhaltsfunktion der Sprache“ (ebd�, 23): Es lernt, dass Worte Objekte und Handlungen repräsentieren� 2.1.2 Wortschatz Zwischen dem 10� und dem 19� Lebensmonat produzieren Kinder die ersten „ech- ten“ Wörter (vgl� Rothweiler 2001, 44)� Kauschke (2000) führt drei...

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