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Accept Diversity! Accept Equality?

Eine analytische Untersuchung des Anspruchs und der Realität von Gleichstellung in der Filmindustrie mit Hinblick auf die Funktion des internationalen Filmfestivals Berlinale

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Mahelia Hannemann

Die Berlinale fordert jährlich Diversität. Doch bezieht sich diese auch auf das Genderverhältnis? Welchen Einfluss haben die Filmfestspiele in der Branche, um solche Werte durchzusetzen? Die «Berlinale der starken Frauen» genau analysierend stellt die Autorin Relationen zum aktuellen Filmschaffen und ausgewählten Aspekten der Filmgeschichte her. Dabei werden sowohl kulturelle Mechanismen als auch wirtschaftliche Hürden und selektive Presseresonanzen sowie filmästhetische und dramaturgische Vorbehalte gegenüber Regisseurinnen diskutiert. In ihrer Studie gelingt es der Autorin ein Verständnis dafür zu entwickeln, dass die Berlinale kein bloßer Spiegel einer Filmlandschaft ist, sondern aktiv sucht, selektiert und, wie Thomas Elsaesser es formuliert, Filme wie ein Herzmuskel in verschiedene Organe pumpt.

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Gender und Filmfestival

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Im folgenden theoretischen Überblick sollen verschiedene Aspekte zur Teilhabe und Darstellung von Frauen in der Kulturlandschaft sowie die spezifischen Me- chanismen von Kulturveranstaltungen wie dem Filmfestival dargelegt werden. Dies bildet die Grundlage für die spätere Analyse der komplexen Zusammen- hänge. 2.1 Frau Macht Film Um das Phänomen der geringen Partizipation von Frauen in Schlüsselfunktionen der Produktion vom Kultur- und Wirtschaftsgut Film zu analysieren, müssen As- pekte des künstlerischen Schaffens und inhaltsbasierte Theorien berücksichtigt werden. Dabei handelt es sich argumentativ um ein schwieriges Feld, da Thesen schnell auf subjektive Wahrnehmungen zurückgeführt werden. Um eine mög- lichst allgemein gültige Interpretation eines Filmwerks zu generieren, kommen hier Methoden der ästhetischen und dramaturgischen Analyse zum Einsatz. Der größere Zusammenhang bildet sich im Hinblick auf studienbasierte Erkenntnisse zu internationalen Filmproduktionen. Dass Medien eine Gesellschaft nicht bloß spiegeln, sondern auch beeinflus- sen, wurde über Jahrzehnte diskutiert. Anhand von Propagandafilmen, in ihren vielfältigen Nuancen, versuchten Regierungen Ideologien zu verbreiten und zu festigen. In den frühen 1940er Jahren untersuchte der Soziologe Paul F. Lazars- feld deren Wirkung auf das Wahlverhalten der Amerikaner und kam zu dem Schluss, dass kritische Rezipienten nur oberflächlich beeinflusst wurden. Aller- dings zählte er den erhobenen, verstärkenden Effekt auf konform gesinnte Re- zipienten nicht als Medienwirkung. Trotzdem leitete er den Paradigmenwechsel ein, dass Medienwirkung nicht kausal erfolgt (s. Jäckel 2012, 112f.).18 Nicht nur weil eindeutige Korrelationen zwischen Medieninhalten und Zuschauerverhal- ten nach repräsentativen...

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