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Accept Diversity! Accept Equality?

Eine analytische Untersuchung des Anspruchs und der Realität von Gleichstellung in der Filmindustrie mit Hinblick auf die Funktion des internationalen Filmfestivals Berlinale

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Mahelia Hannemann

Die Berlinale fordert jährlich Diversität. Doch bezieht sich diese auch auf das Genderverhältnis? Welchen Einfluss haben die Filmfestspiele in der Branche, um solche Werte durchzusetzen? Die «Berlinale der starken Frauen» genau analysierend stellt die Autorin Relationen zum aktuellen Filmschaffen und ausgewählten Aspekten der Filmgeschichte her. Dabei werden sowohl kulturelle Mechanismen als auch wirtschaftliche Hürden und selektive Presseresonanzen sowie filmästhetische und dramaturgische Vorbehalte gegenüber Regisseurinnen diskutiert. In ihrer Studie gelingt es der Autorin ein Verständnis dafür zu entwickeln, dass die Berlinale kein bloßer Spiegel einer Filmlandschaft ist, sondern aktiv sucht, selektiert und, wie Thomas Elsaesser es formuliert, Filme wie ein Herzmuskel in verschiedene Organe pumpt.

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Anspruch und Realität

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Mais sur le grand écran du Berlinale Palast, les femmes sont, pour une rare fois, mieux représentées que les hommes (Ledevoir.com, 12.02.2013). 3.1 Kosslick und die Berlinale Die Festivalforschung hat gezeigt, dass seit den 1970er Jahren Filmfestivals maßgeblich durch die Persönlichkeit und den Geschmack der Direktoren und ihrer Kuratoren und Delegierten geprägt sind. Die Gesellschaft bedarf diver- ser Selektionsmuster ihrer Kulturgüter durch autorisierte Meinungsführer (vgl. Kapitel 2.2.2). Aus diesem Grund soll im folgenden Kapitel die Person Dieter Kosslick als wesentliches Merkmal der Internationalen Filmfestspiele Berlin und vor allem des Wettbewerbs berücksichtigt werden. 1948 in Baden-Württemberg geboren, studierte er Kommunikationswissenschaften, Politik und Pädagogik in München und arbeitete unter anderem als Redenschreiber und Büroleiter des ersten Hamburger SPD-Bürgermeisters. Dort wurde er wenig später Pressespre- cher der Leitstelle für die ‚Gleichstellung der Frau‘. Im Interview berichtet er von seiner damaligen ‚belächelten‘ und kritisierten Position. Dabei gesteht er, dass sich in den letzten 32 Jahren nicht viel verändert habe. Mit seinem typischen, gesellschaftskritischen Humor sagt er: „Ich möchte es mir ja nicht mit allen Män- nern der Welt verscherzen, aber wenn es nach dem Effizienz-Koeffizienten der letzten zehn Jahre in der Finanzwirtschaft ginge, dann könnten das auch mal die Frauen machen“ (Morgenpost.de, 30.05.2013). Dass bisher nur eine einzige Frau Direktorin eines A-Festivals, nämlich in Locarno gewesen ist, verblüffe ihn (vgl. Kapitel 1.3). Bereits zwei Jahre später stieg Kosslick mit großem...

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