Show Less

Die Organ- und Vertreterhaftung im deutschen Strafrecht

Eine Untersuchung zur Konzeption der Rechtsfigur und deren Folgen in der praktischen Rechtsanwendung

Series:

Frédéric Schneider

Das Buch behandelt die Organ- und Vertreterhaftung im deutschen Strafrecht. In Zeiten zunehmender Arbeitsteilung, komplexer juristischer Gesellschaftsgebilde und ansteigender Anzahl an Sonderdelikten muss im (Wirtschafts-)Strafrecht immer häufiger auf diese Rechtsfigur zurückgegriffen werden. Trotz dieser steigenden Bedeutung sind viele grundlegende Fragen hier bisher offen geblieben. Anhand einer verfassungsrechtlich begründeten Kategorisierung der Sonderdelikte untersucht der Autor die Konzeption, die der Organ- und Vertreterhaftung zu Grunde liegt. Das Ergebnis wendet er auf offene Fragen und Streitstände an, die sich in der praktischen Anwendung der Rechtsfigur ergeben und formuliert davon ausgehend rechtspolitische Änderungsvorschläge.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

5. Abschnitt – Schlussbemerkungen

Extract

An dieser Stelle erfolgen eine knappe Zusammenfassung der Ergebnisse sowie ei- nige Erwägungen betreffend die Zukunft der Organ- und Vertreterhaftung. A. Zusammenfassung der Ergebnisse Zum Abschluss werden nunmehr die wichtigsten Erkenntnisse der Untersuchung festgehalten, an denen sich auch teilweise der Werdegang der Arbeit erkennen lässt. Der vornehmlich deskriptive 1. Abschnitt wird dabei ebenso außer Acht gelassen, wie die Darstellung der bisherigen Ansichten zum Hintergrund der Organ- und Vertreterhaftung im 1. Teil des 2. Abschnitts. I. Wesentliche Ergebnisse des 2. Abschnitts Im zweiten Abschnitt erfolgte ausgehend von der rechtspolitischen Funktion der Or- gan- und Vertreterhaftung zunächst eine genauere Untersuchung der Sonderdelikte und von deren Zusammenhang mit der gebotenen Verhältnismäßigkeitsprüfung von Straftatbeständen. 1. Sonderdelikte und Verhältnismäßigkeitsprüfung – Sonderunrechts- und wahrscheinlichkeitsbezogene Sonderdelikte Im Rahmen der Betrachtung objektiver Spezifika von Sonderdelikten konnte zu- nächst festgehalten werden, dass diese stets aus zwei Elementen, einerseits einer formalen Position, andererseits einer gerade aus dieser Position resultierenden ma- teriellen Sonderstellung, bestehen.1180 Die Auseinandersetzung mit dem materiellen Hintergrund von Sonderdelikten ergab sodann, dass jene entstehen, weil der verfassungsrechtliche Eingriff mittels Strafe einer besonders strengen Verhältnismäßigkeitsprüfung unterzogen werden muss. Im Rahmen dieser Prüfung kann sich herausstellen, dass eine unmittelbare Rechtsgutsbeeinträchtigung überhaupt nur durch einen bestimmten Personenkreis begangen werden kann, weshalb sich eine täterschaftliche Bestrafung über diesen Kreis hinaus im Rahmen einer Verhältnismäßigkeitsprüfung als nicht geeignet er- weisen würde.1181 Darüber hinaus kann sich im Rahmen der verfassungsrechtlichen Angemessen- heitspr...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.