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Bewertung und kognitive Wahrnehmung von Realoptionen

Simulationsbasierte und experimentelle Analysen im Kontext der Energiewirtschaft

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Simon Werker

Flexible Kraftwerke können als Realoptionen klassifiziert werden. Die Bewertung mit Verfahren der Optionspreistheorie ist aufgrund struktureller Unterschiede zu Finanzoptionen jedoch nicht unproblematisch. In diesem Zusammenhang greift der Autor zwei Fragestellungen auf. Zunächst analysiert er den Einfluss empirischer Renditeverteilungen auf den Optionswert. Mithilfe von simulationsbasierten Verfahren werden systematische Bewertungsverzerrungen durch die Missachtung von Fat Tails aufgezeigt. Anschließend überträgt der Autor Erkenntnisse der Behavioral Economics auf die Optionsbewertung und untersucht Verzerrungen in der intuitiven Wahrnehmung von Realoptionswerten. Zwei experimentelle Studien belegen irrationale Über- und Unterbewertungen von Realoptionen.

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3. Konzeptionelle Grundlagen der (Real-)Options-bewertung

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27 3. Konzeptionelle Grundlagen der (Real-) Optionsbewertung 3.1 Grundlegende Bewertungskonzeption Aufgrund der technischen Eigenschaften moderner Kraftwerke und den Markt- strukturen der Stromwirtschaft seit der Liberalisierung können Kraftwerke, wie in Kap. 2.2 detailliert dargestellt, als „reale Optionen“ aufgefasst werden.113 Für die Bewertung, d.h. die Quantifizierung des kraftwerkspezifischen Realoptionswertes, ist der zugrunde liegende Analogieschluss zu finanzwirtschaftlichen Optionen essenziell.114 Nur aufgrund der Strukturverwandtschaft kann für eine Kraftwerks- bewertung auf die umfassenden Methoden zur Bewertung von Finanzoptionen zurückgegriffen werden. Im Folgenden werden daher die Grundlagen der klas- sischen Optionspreistheorie dargestellt und auf die im Rahmen dieser Arbeit besonders relevanten Modelle von Cox/Ross/Rubinstein (1979) und Black/ Scholes (1973) zur Wertermittlung von Finanzoptionen eingegangen. In dem gesamten Grundlagenteil wird darauf geachtet, einen möglichst engen Bezug zu den beiden Hauptteilen dieser Arbeit herzustellen. Der Fokus liegt dabei je nach zu vermittelnder Grundlage entweder stärker auf der Vorbereitung von Kap. 5 oder von Kap. 6. Das später in Kap. 3.2 eingeführte Zahlenbeispiel dient so z. B. nicht nur der Illustration der Bewertungslogik, sondern bildet gleichzeitig die Basis für die in Kap. 6.3 durchgeführte experimentelle Untersuchung. Es sei jedoch explizit betont, dass dieses Kapitel auf die methodische Vorstellung klassischer Optionspreismodelle ausgerichtet ist. Zwar wird mitunter bereits ein Bezug zu kraftwerkstypischen Realoptionen hergestellt, der konkrete Anwendungsbezug steht jedoch nicht im Vordergrund. Die Grundidee der Optionsbewertung ist es, dass auf einem vollkommenen und vollständigen Kapitalmarkt zwei Portfolien, die in allen zukünftigen Umweltzu ständen zu gleichen Rückflüssen...

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