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Bewertung und kognitive Wahrnehmung von Realoptionen

Simulationsbasierte und experimentelle Analysen im Kontext der Energiewirtschaft

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Simon Werker

Flexible Kraftwerke können als Realoptionen klassifiziert werden. Die Bewertung mit Verfahren der Optionspreistheorie ist aufgrund struktureller Unterschiede zu Finanzoptionen jedoch nicht unproblematisch. In diesem Zusammenhang greift der Autor zwei Fragestellungen auf. Zunächst analysiert er den Einfluss empirischer Renditeverteilungen auf den Optionswert. Mithilfe von simulationsbasierten Verfahren werden systematische Bewertungsverzerrungen durch die Missachtung von Fat Tails aufgezeigt. Anschließend überträgt der Autor Erkenntnisse der Behavioral Economics auf die Optionsbewertung und untersucht Verzerrungen in der intuitiven Wahrnehmung von Realoptionswerten. Zwei experimentelle Studien belegen irrationale Über- und Unterbewertungen von Realoptionen.

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6. Auswirkungen verhaltensbasierter Effekte auf die intuitive (Real-)Optionswertwahrnehmung

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135 6. Auswirkungen verhaltensbasierter Effekte auf die intuitive (Real-) Optionswertwahrnehmung 6.1 Einleitung 6.1.1 Überblick, Problemstellung und Zielsetzung Entscheidungssituationen, die von Unsicherheit und Handlungsflexibilität geprägt sind, bilden in der betrieblichen Praxis den Regelfall und nicht die Ausnahme.398 Zur Bewertung solcher Entscheidungssituationen existiert mit dem Realoptionsansatz eine Methode, die den Wert der Flexibilität quantifizieren und in die Entschei- dungsfindung einfließen lassen kann.399 Der Realoptionsansatz bedient sich der Analogie realwirtschaftlicher Entscheidungssituationen und finanzwirtschaftlicher Optionen, wie in Kap. 2 ausführlich erörtert. Trotz bestehender Kritikpunkte an seiner Anwendbarkeit kann er grundsätzlich als normatives Bewertungsinstrument klassifiziert werden und in geeigneten Entscheidungssituationen zu einer Rationa- litätssteigerung des Entscheidungsprozesses beitragen.400 Wie jede Bewertungsmethode dient jedoch auch der Realoptionsansatz lediglich der Entscheidungsunterstützung. Die Entscheidung selbst trifft der verantwortliche Manager. Persönliche Einschätzungen und menschliche Verhaltensweisen können hierdurch zu einem bedeutsamen Einflussfaktor in allen nicht vollkommen standar- disierten Entscheidungsprozessen werden.401 Unbestritten ist, dass erfahrungsbasier- te Einschätzungen des Managers für die betrieblichen Entscheidungsfindung von großem Wert sein können. Aus dem Forschungsstrang der Behavioral Economics ist 398 Vgl. Hilpisch 2006, S. 65 und Copeland und Antikarov 2002, S. 30ff. 399 Vgl. exemplarisch die Arbeiten von Trigeorgis 1986, McDonald und Siegel 1986, Dixit und Pindyck 1994, Amram und Kulatilaka 1999b, Schwartz und Trigeorgis 2004 sowie Kap. 2 und Kap. 3 im Rahmen dieser Arbeit. 400 Zu Kritikpunkten an dem Realoptionsansatzes vgl. exemplarisch Brealey et al. 2011, S. 597ff. und Borison 2005. Häufig beziehen sich diese auf die...

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