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Haftungsfall Burn-Out

Ein Beitrag zur Klärung haftungsrechtlicher Probleme im Rahmen von arbeitsbedingtem Stress und Überbelastung – Insbesondere unter Berücksichtigung der japanischen Rechtslage zu den Phänomenen Karôshi und Karô-jisatsu

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Frank Schemmel

Die Anzahl stressinduzierter Erkrankungen wie Burn-out nimmt immer weiter zu. Bislang ist in Deutschland höchstrichterlich noch ungeklärt, wie Burn-out haftungsrechtlich zu bewerten ist. Der Autor untersucht dieses Problem aus multidisziplinärer Perspektive, indem er Burn-out zunächst aus arbeitspsychologischer Sicht beschreibt und sodann sozial- und zivilrechtlich einordnet. Dies geschieht insbesondere unter dem Aspekt, ob Burn-out als Arbeitsunfall oder Berufskrankheit zu qualifizieren ist. Dabei erarbeitet er mit Rückgriff auf die japanische Rechtslage zu Karôshi/Karô-jisatsu (Tod durch bzw. Selbstmord wegen Überarbeitung) verschiedene Lösungsansätze für den deutschen Rechtskreis sowohl in dogmatischer als auch praxisnaher Hinsicht.

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E. Ergebnisse und Ausblick

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I. Erkenntnisse dieser Arbeit in Thesenform • Stress ist eine evolutionsbedingte, essentielle Reaktion des menschlichen Or- ganismus (vgl. Kapitel A. I.). • Eine allgemeingültige Definition von Stress gibt es nicht (vgl. Kapitel B. I. 1.). • Auf einen gemeinsamen Nenner heruntergebrochen lässt sich Stress aber durch folgende Merkmale beschreiben (vgl. Kapitel B. I. 1.): – anhaltende physische/psychische Belastung oder Beanspruchung bzw. schädliche Reize (sog. Stressoren) – durch Konflikte/negativ empfundene Ereignisse verursachter seelischer Druck bzw. Spannungszustand – eine subjektive bzw. individuelle Reaktion auf die Umwelt und Umgebung • Arbeitsbedingter Stress kann langfristig sowohl positive (z.B. Anregungs-, Lern- und Trainingseffekte) als auch negative Folgen haben (psychische Er- müdung, Monotonie und psychische Sättigung) und zu körperlichen sowie psychischen Störungen/Erkrankungen führen (vgl. Kapitel B.  I.  2. sowie Kapitel B. II. 2.). • Kurzfristige Folgen sind vor allem quantitative/qualitative Über- und Unter- forderung, Bedrohung und Frustration (vgl. Kapitel B. I. 2.). • Der individuelle und unspezifische Charakter von Stress führt dazu, dass gleiche Belastungen unterschiedliche Beanspruchungen bei verschiedenen Personen auslösen können (vgl. Kapitel B. I. 2.) bzw. anders ausgedrückt: der gleiche Stressor bedingt bei unterschiedlichen Individuen nicht zwangsläu- fig dieselbe Stressreaktion (vgl. Kapitel B.  I. 3. a) sowie Kapitel B.  II. 1. a)), diese ist vielmehr abhängig von der eigenen kongnitiven Bewertung und der darauffolgenden personen- bzw. situationsspezifischen Bewältigungsstrategie (sog. Coping, vgl. Kapitel B. I. 3. b)). • Eine psychische Folge langfristiger, chronischer Stresseinwirkung stell das Burn-out-Syndrom dar (Kapitel B. II. 2.). • Eine eindeutige, von einer breiten Meinung in der...

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