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Studien zur österreichischen Literatur: Von Nestroy bis Ransmayr

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Gabriella Rovagnati

Der Band bietet Studien zu repräsentativen Autoren aus 150 Jahren österreichischer Literaturgeschichte. Er beginnt mit Beiträgen zu Theaterstücken des 1801 in Wien geborenen Dramatikers Johann Nestroy und behandelt u.a. spezifische Probleme der Übertragung der Volksstücke des Österreichers ins Italienische. Enthalten sind auch Studien zu Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke, Stefan Zweig, Franz Werfel, Elias Canetti, Thomas Bernhard, Franz Innerhofer bis hin zu den frühen Prosawerken Christoph Ransmayrs. Alle Aufsätze sind komparatistisch angelegt und thematisieren unter anderem die Rezeption der behandelten Schriftsteller in Italien. Der Band erörtert darüber hinaus Fragen der Theatergeschichte und enthält unveröffentlichtes Quellenmaterial.

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Eine Stadt, die anlockt und abstößt: das Paris Rainer Maria Rilkes

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Es ist eine große Stadt, groß, voll merkwürdiger Versuchungen. Was mich betrifft, ich muß zugeben, daß ich ihnen in gewisser Beziehung erlegen bin. (Rainer Maria Rilke: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge) Paris war für Rainer Maria Rilke eine Verheißung und ein Fluch zugleich. Die Begegnung mit dieser Stadt bewirkte eine wichtige Wende in seinem Leben und in seiner Kunst, war jedoch zugleich eine Quelle von Angst, Unsicherheit und Un- behagen. Er hatte deswegen zu dieser Metropole stets ein ambivalentes Verhältnis: Paris [...] ist eine schwere, schwere, bange Stadt. Und die schönen Dinge, die da sind, ma- chen mit ihrer strahlenden Ewigkeit doch nicht ganz gut, was man durch die Grausamkeit und Wirrheit der Gassen und die Unnatur der Gärten, Menschen und Dinge leiden muß. Paris hat für mein geängstigtes Gefühl etwas unsäglich Banges. Es hat sich ganz verloren, es rast wie ein bahnverwirrter Stern auf irgend einen schrecklichen Zusammenstoß zu. So müssen die Städte gewesen sein, von denen die Bibel erzählt, daß der Zorn Gottes hinter ihnen emporstieg, um sie zu überschütten und zu erschüttern.1 Das waren die Eindrücke des Prager Dichters bei seinem ersten frühen Pariser Aufenthalt. Fast zwei Jahrzehnte später, 1921, nach der Schaffenskrise, die ihn zur Unterbrechung der Arbeit an den Duineser Elegien genötigt hatte, bezeichnete Rilke in seinem Testament die Hauptstadt an der Seine als „jene unvergeßliche Stadt [...], der er den größten Theil seiner...

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