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Studien zur österreichischen Literatur: Von Nestroy bis Ransmayr

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Gabriella Rovagnati

Der Band bietet Studien zu repräsentativen Autoren aus 150 Jahren österreichischer Literaturgeschichte. Er beginnt mit Beiträgen zu Theaterstücken des 1801 in Wien geborenen Dramatikers Johann Nestroy und behandelt u.a. spezifische Probleme der Übertragung der Volksstücke des Österreichers ins Italienische. Enthalten sind auch Studien zu Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke, Stefan Zweig, Franz Werfel, Elias Canetti, Thomas Bernhard, Franz Innerhofer bis hin zu den frühen Prosawerken Christoph Ransmayrs. Alle Aufsätze sind komparatistisch angelegt und thematisieren unter anderem die Rezeption der behandelten Schriftsteller in Italien. Der Band erörtert darüber hinaus Fragen der Theatergeschichte und enthält unveröffentlichtes Quellenmaterial.

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Vom Kult zum Verriß: Rilkes Rezeption in Mailand in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit unveröffentlichten Quellen

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Vom Kult zum Verriß: Rilkes Rezeption in Mailand in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit unveröffentlichten Quellen Ben presto, per zelo se non per colpa del mondo tedesco, andò formandosi il mito: alla critica si sostituì troppo spesso l’estatico adorare. (Lavinia Mazzucchetti: Novecento in Germania) Bis zu seinem Tod war Rilke in Italien so gut wie völlig unbekannt. Die Schriftstel- lerin Sibilla Aleramo berichtet z. B., sie habe seinen Namen 1907 zum erstenmal von Ellen Key und Stefan Zweig gehört, als die beiden – bekanntlich zwei Rilke- Verehrer der ersten Stunde – sie in Rom besuchten: Damals wohnte Aleramo in der Via Flaminia zusammen mit dem Dichter Giovanni Cena1, dem Chefre- dakteur der angesehenen linken Zeitschrift „Nuova Antologia“. Dies mag als ein belangloses Detail erscheinen, ist aber deswegen von Bedeutung, weil Aleramo in jener Zeit mit den bekanntesten und anspruchsvollsten Dichtern und Künstlern aus Italien und Europa verkehrte. Daß umgekehrt Rilke genau wußte, wer Cena war, geht aus seinem Briefwechsel mit Ellen Key hervor, die er, ebenfalls im Jahre 1907, von Capri aus bat, ihm Cenas Aufsatz über Rodin zu schicken, der gerade in der „Nuova Antologia“ erschienen war.2 Diese Disparität war hauptsächlich eine Frage der Sprachkenntnisse: Während Rilke nämlich problemlos Italienisch lesen konnte, hatten die italienischen Intel- lektuellen kaum Zugang zur deutschen Sprache. Französisch war am Anfang des Jahrhunderts in kultivierten Kreisen die einzige einigermaßen verbreitete und 1 Vgl. G. Rovagnati: „Umwege auf dem Wege zu mir selbst...

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