Show Less

Studien zur österreichischen Literatur: Von Nestroy bis Ransmayr

Series:

Gabriella Rovagnati

Der Band bietet Studien zu repräsentativen Autoren aus 150 Jahren österreichischer Literaturgeschichte. Er beginnt mit Beiträgen zu Theaterstücken des 1801 in Wien geborenen Dramatikers Johann Nestroy und behandelt u.a. spezifische Probleme der Übertragung der Volksstücke des Österreichers ins Italienische. Enthalten sind auch Studien zu Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke, Stefan Zweig, Franz Werfel, Elias Canetti, Thomas Bernhard, Franz Innerhofer bis hin zu den frühen Prosawerken Christoph Ransmayrs. Alle Aufsätze sind komparatistisch angelegt und thematisieren unter anderem die Rezeption der behandelten Schriftsteller in Italien. Der Band erörtert darüber hinaus Fragen der Theatergeschichte und enthält unveröffentlichtes Quellenmaterial.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Stefan Zweig und das elisabethanische Zeitalter: Ben Jonson versus William Shakespeare

Extract

Gar nichts gearbeitet. Gar nichts. Nur gelesen, Shakespeare allerdings (einer merkwürdigerweise, der mich immer reizt, statt zu entmutigen) […] (Stefan Zweig: Tagebuch, 14.9.1912) Die Beziehung Stefan Zweigs zu England stand von Anfang an im Zeichen einer gewissen Fremdheit. Wie er in seinem Erinnerungsbuch Die Welt von gestern1 berichtet, hatte er, als er sich nach einem längeren Aufenthalt in Paris, der „Stadt der ewigen Jugend“, als angehender Schriftsteller nach London begab, auf Anhieb ein unangenehmes Gefühl, „wie wenn man an einem überheißen Tag plötzlich in den Schatten tritt.“2 In dem äußeren Frösteln, das London ihm sofort einflößte, schienen ihn auch die Menschen zu bestärken, die er traf, da sie sich als kalt und abweisend zeigten: „Ich hatte – wie wir Kontinentalen alle – wenig literarischen Kontakt jenseits des Kanals“, schrieb er im Nachhinein, und die „‚Breakfast-Ge- spräche […] über Hof und Rennen und Parties‘“3, die er jeden Morgen in der kleinen Pension, wo er wohnte, mitanhören mußte, verstimmten ihn, weil sie ihn überhaupt nicht interessierten. Trotz seinen Bemühungen, seine Sprachkenntnisse in den Kirchen durch die Prediger und in den Theatern durch die Schauspieler zu verbessern, vermißte er in London „Geselligkeit, Kameradschaft und Heiterkeit.“4 Die Isoliertheit, in der er sich durch die Haltung der Mitmenschen zu leben gezwungen fühlte, war jedoch für Zweig Anlaß zu häufigen Besuchen im Brit- ish Museum, wo er – da ihm der Umgang mit zeitgenössischen Intellektuellen schwerfiel – das Genie William Blakes...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.