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Studien zur österreichischen Literatur: Von Nestroy bis Ransmayr

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Gabriella Rovagnati

Der Band bietet Studien zu repräsentativen Autoren aus 150 Jahren österreichischer Literaturgeschichte. Er beginnt mit Beiträgen zu Theaterstücken des 1801 in Wien geborenen Dramatikers Johann Nestroy und behandelt u.a. spezifische Probleme der Übertragung der Volksstücke des Österreichers ins Italienische. Enthalten sind auch Studien zu Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke, Stefan Zweig, Franz Werfel, Elias Canetti, Thomas Bernhard, Franz Innerhofer bis hin zu den frühen Prosawerken Christoph Ransmayrs. Alle Aufsätze sind komparatistisch angelegt und thematisieren unter anderem die Rezeption der behandelten Schriftsteller in Italien. Der Band erörtert darüber hinaus Fragen der Theatergeschichte und enthält unveröffentlichtes Quellenmaterial.

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Zwischen Rodaun und Venedig: die doppelte Seele Benno Geigers

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Zwischen Rodaun und Venedig: die doppelte Seele Benno Geigers A Benno Geiger Viennese per diritto di nascita, Toscano per intercessione di Dante e del Boccaccio, italiano per conformità di gusti e di affetti, europeo per vocazione, spirito e cultura, Vita e vittoria! (Giovanni Papini) Als er sich in hohem Alter entschlossen hatte, seine Gedichte zu sammeln, und sie dann 1958 in Padua in drei Bänden veröffentlichte, schrieb Benno Geiger verbittert in einem kurzen Vorwort: Seit den allerersten Jahren dieses zwanzigsten Jahrhunderts bis auf heute wurde meine deutsche Stimme grausam und geflissentlich, mit einer Konsequenz, die keinen Aufschub kannte, überhört. Und während um mich her die Dichter keimten und verblühten und aus ihnen schrankenlos gewährten Beifallsspenden sich die Sträusse rissen, die noch am Tage welkten, da sie sie empfingen, ging ich unbekannt und unerkannt am Wege nebenher; nicht an ihrem, so doch an dem Wege, wo schon andere unbekannt und unerkannt gegan- gen waren, jene anderen, die ich die würdigen Hausgenossen nenne und die, so wie mein württenberger Landsmann Hölderlin, des Ruhmes Sonne erst um Mitternacht erblickten.1 Aber nicht einmal der postume Ruhm war diesem Intellektuellen beschert, der 1965 im Alter von dreiundachtzig Jahren starb, nachdem er sein Leben lang ver- geblich auf Anerkennung als Dichter und Übersetzer gewartet hatte. In den zitierten Zeilen nennt Geiger den Schwaben Hölderlin seinen „würt- temberger Landsmann“ und bezieht sich dabei auf die Herkunft seines Vaters Theodor, der 1842 in einer wohlhabenden Familie...

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