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Studien zur österreichischen Literatur: Von Nestroy bis Ransmayr

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Gabriella Rovagnati

Der Band bietet Studien zu repräsentativen Autoren aus 150 Jahren österreichischer Literaturgeschichte. Er beginnt mit Beiträgen zu Theaterstücken des 1801 in Wien geborenen Dramatikers Johann Nestroy und behandelt u.a. spezifische Probleme der Übertragung der Volksstücke des Österreichers ins Italienische. Enthalten sind auch Studien zu Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke, Stefan Zweig, Franz Werfel, Elias Canetti, Thomas Bernhard, Franz Innerhofer bis hin zu den frühen Prosawerken Christoph Ransmayrs. Alle Aufsätze sind komparatistisch angelegt und thematisieren unter anderem die Rezeption der behandelten Schriftsteller in Italien. Der Band erörtert darüber hinaus Fragen der Theatergeschichte und enthält unveröffentlichtes Quellenmaterial.

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Philosophie? Ein Geschäft für Verrückte: Immanuel Kant von Thomas Bernhard

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Man kann nicht ungestraft jahrzehntelang so tief denken wie Kant. (Thomas Bernhard: Immanuel Kant) In den Jahren 1974–1979, als er das Württembergisches Staatstheater in Stuttgart leitete, sorgte der als Provokateur bekannte Regisseur Claus Peymann dafür, daß das ruhige Kulturleben der Landeshauptstadt durch Initiativen verstört wurde, die der konservativen Regierung höchst unwillkommen waren. Etwa mit dem Aufruf zu einer Geldsammlung zur Begleichung der Zahnarztrechnung der Terroristin Gudrun Ensslin, die der RAF (Rote Armee Fraktion) angehörte und damals in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim ihre Strafe verbüßte, wo sie sich im Oktober 1977 das Leben nahm. Die Solidaritätsaktion des Regisseurs1 mißfiel dem Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Hans Filbinger, in höchstem Grade, so daß er Peymann am liebsten wegen Unterstützung des Terrorismus vorzeitig aus dem Amt entlassen hätte, hätte sich nicht der damalige Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel mäßigend eingeschaltet. Auf Filbingers At- tacken antwortete Peymann mit der Aufführung des Dramas Vor dem Ruhestand, in dem er ausdrücklich auf die ‚nazi-faschistische‘ Vergangenheit Filbingers an- spielte. Mit der Aufführung dieses Stücks 1979 schloß Peymann seine Stuttgarter Zeit ab und zog nach Bochum.2 Obwohl es den Untertitel „Eine Komödie von deutscher Seele“ trägt, schließt das Stück Vor dem Ruhestand mit einem tödlichen Bankett. Der Autor des Stücks, der so arrogante wie irritierende österreichische Schriftsteller Thomas Bernhard, verdankt seinen Erfolg als Theaterautor großenteils Claus Peymann, der Bernhards Werke immer wieder aufführte....

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