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Studien zur österreichischen Literatur: Von Nestroy bis Ransmayr

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Gabriella Rovagnati

Der Band bietet Studien zu repräsentativen Autoren aus 150 Jahren österreichischer Literaturgeschichte. Er beginnt mit Beiträgen zu Theaterstücken des 1801 in Wien geborenen Dramatikers Johann Nestroy und behandelt u.a. spezifische Probleme der Übertragung der Volksstücke des Österreichers ins Italienische. Enthalten sind auch Studien zu Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke, Stefan Zweig, Franz Werfel, Elias Canetti, Thomas Bernhard, Franz Innerhofer bis hin zu den frühen Prosawerken Christoph Ransmayrs. Alle Aufsätze sind komparatistisch angelegt und thematisieren unter anderem die Rezeption der behandelten Schriftsteller in Italien. Der Band erörtert darüber hinaus Fragen der Theatergeschichte und enthält unveröffentlichtes Quellenmaterial.

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King Lear als Obsession: Minetti von Thomas Bernhard

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King Lear als Obsession: Minetti von Thomas Bernhard Das Talent oder gar das Genie sei es ein politisches oder ein künstlerisches hat immer die ganze Welt gegen sich und es handelt immer gegen alle Vernunft (Thomas Bernhard: Der Präsident) Bernhard Minetti wird in der Geschichte des deutschsprachigen Theaters als einer der größten Schauspieler des 20. Jahrhunderts in Erinnerung bleiben. Der 1905 in Kiel geborene Minetti verstarb über neunzigjährig 1998 und spielte noch bis kurz vor seinem Tod. Er kam aus einer streng protestantischen Familie, wie sie sich in den bürgerlichen Kreisen Norddeutschlands so oft fanden, aber er hatte auch etwas Südländisches im Blut, wie sein italienisch klingender Name verrät. Vielleicht trieb ihn dieses Element schon ganz früh zum Theater, wo er sehr jung als Statist zu arbeiten anfing. Der studierte Germanist und Theaterwissenschaftler Minetti bildete sich 1925–1927 als Schauspieler an der Staatlichen Theaterschule von Leopold Jessner in Berlin aus, er debütierte in Gera und Darmstadt (u. a. in Schillers Don Carlos und in Shakespeares Hamlet) und wurde dann Mitglied des Preußischen Staatstheaters Berlin, wo er auch unter Gustaf Gründgens auftrat und bis 1945 Ensemblemitglied blieb. Später rechtfertigte1 Minetti seine Tätigkeit am Staatstheater auch in der Nazi-Ära mit einer Selbstnachsicht, die manche unangemessen und zu bequem fanden.2 Nach dem Zweiten Weltkrieg, nachdem er für kurze Zeit das Theater in Kiel geleitet hatte, trat Minetti in verschiedenen deutschen Städten auf (Hamburg, Frankfurt a. M...

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