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«Bande dessinée» als Experiment

Dekonstruktion als Kompositionsprinzip bei Marc-Antoine Mathieu

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Kathrin Hahne

Die Autorin beschäftigt sich mit der Frage, wie Mathieus experimentelle Bandes dessinées den von Derrida inspirierten Diskurs zum Thema Dekonstruktion aufgreifen, illustrieren und dabei in einer ästhetisch höchst ansprechenden, kreativen Weise verarbeiten. Der Fokus liegt auf der bei Delcourt veröffentlichten Serie Julius Corentin Acquefacques, prisonnier des rêves, die im besonderen Maß ein Ausdruck des spielerisch-experimentellen Umgangs des Autors mit Themen, Traditionen und Normen der Bande dessinée ist. Anhand ihrer Komplexität und sinnaufschiebenden Dynamik zeigt die Autorin, inwiefern Sinn in den Alben Mathieus unaufhörlich akkumuliert und diffundiert.

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4 Die Dekonstruktion der (re-) präsentiertenWelt

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91 4 Die Dekonstruktion der (re-) präsentierten Welt 4.1 Die Traumwelt des J.C.A. Die Logik des Absurden276 der im Folgenden darzustellenden Phänomene und deren paradoxe Gleichzeitigkeit von Konstruktion und Destruktion wird ver- ständlicher, wenn man einen wichtigen Aspekt der Bandes dessinées Mathieus in den weiteren Untersuchung permanent mitdenkt: den Traum� Dieser bildet nicht erst bei Mathieu „das traditionelle Erklärungsmodell für das Unerklärliche�“277 Die zentrale Stellung des Traumes, die bei Mathieu weit über die Funktion eines Motivs hinausreicht, wird bereits über den Titel der Serie kommuniziert: Julius Corentin Acquefacques, prisonnier des rêves�278 Er erlaubt eine Spezifizierung der Träume, bei der sich der Titel als Programm erweist� Als Gefangener der Träume ist es Acquefacques unmöglich, der Traumwelt zu entkommen�279 Aus diesem Grund werden diesem Kapitel zunächst relevante Überlegungen zur spezifischen Besonderheit des Traumes vorangestellt�280 276 Mit „La logique de l’absurde“ bzw� „L’absurde de la logique“ sind in Le début de la fin / La fin du début zwei Kapitel betitelt� Vgl� Mathieu 1995: 5 bzw� -5� Zur Absurdität der Träume vgl� auch Freud 1989: 413ff� 277 Alt 2002: 305� Dies gilt nach Alt selbst für das absurde Theater – exemplarisch nennt er eine Szene aus Becketts En attendant Godot� 278 Mathieu stellt sich damit in die Tradition des amerikanischen Comic-Zeichners Winsor McCay, der sowohl in der ersten explizit für Erwachsene konzipierten Serie Dream of the Rarebit Fiend als auch mit der...

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