Show Less

Der Übergang zur Elternschaft mit oder ohne Trauschein

Elterliche Lebensform und partnerschaftliche Arbeitsteilung zwischen Geschlechterkultur, Geschlechterstruktur und geschlechtsbezogenem Handeln

Series:

Karin Holzer

Die Autorin untersucht den Traditionalisierungseffekt bei verheirateten und unverheirateten Paaren. Anders als in der bisherigen wissenschaftlichen Forschung sieht sie die Gründe für diesen in der Institution Familie. Erkenntnisse der Familiensoziologie und der Frauen- und Geschlechterforschung miteinander vereinend, formuliert sie die Entwicklung eines integrativen Forschungsansatzes als Forschungsziel und setzt dieses methodisch mithilfe einer subjekt- und paarorientierten Übergangsforschung um.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

1. Einleitung

Extract

1.1 Problemstellung, zentrale Annahme und handlungsleitende Fragestellungen der vorliegenden Arbeit Ungebrochen scheint in Deutschland auch heute noch der Wunsch von jun- gen Frauen und Männern nach einer Familie mit Kindern zu sein. Dennoch: das alte Sprichwort „Kinderregen bringt Glück und Segen“ hat offensichtlich für viele junge Menschen in Deutschland als Orientierungsrahmen für den eigenen Lebenslauf an Verbindlichkeit verloren. So bedeutet die Elternschaft doch eine längerfristige und irreversible biographische Entscheidung, die mit anderen, nicht kindzentrierten Lebensstilen und Plänen in Beruf, Freizeit und Konsum konkurriert (vgl. Peuckert, 2007; Schneider & Rost, 1998). Darüber hinaus tragen starre Arbeitsmarktstrukturen, wie etwa unflexible Arbeitszeiten, andauernd fehlende (innerbetriebliche) Kinderbetreuungsein- richtungen, aber auch die Forderung nach einer möglichst unbeschränkten Mobilität der Arbeitnehmer dazu bei, dass sich immer mehr qualifizierte Frauen gegen eine Familiengründung entscheiden oder diese über die biolo- gischen Grenzen hinauszögern (vgl. Onnen, 2013). Trotz vieler Hinderungsgründe, die mit einer Familiengründung verbunden sein mögen, entscheiden sich dennoch jedes Jahr eine Vielzahl von Frauen und Männern zur Elternschaft, werden doch mit Kindern zahlreiche positive Aspekte wie Glück, Erfüllung und partnerschaftliche Harmonie verbunden (vgl. Fthenakis, Kalicki & Peitz, 2002). Dass jedoch das freudige Ereignis, die Geburt – insbesondere des ersten Kindes – auch Risiken birgt, zeigt die umfassende familienpsychologische und -soziologische Forschung zum The- menkomplex „Übergang zur Elternschaft“. Eingehend dokumentiert wurden hier insbesondere die Auswirkungen der Elternschaft auf die soziale Lage als auch auf die psychische Befindlichkeit der Eltern, deren Bewältigung wiede- rum...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.