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Beobachtungen zum heutigen Konservatismus in Deutschland

Eine Untersuchung nach Edmund Burke

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Christoph Klunker

Dieses Buch kommt dem Konservativen auf die Spur. Mit Darstellungen aus Politik und Forschung wird zunächst das widersprüchliche Konservatismusverständnis aufgezeigt. Während der Konservatismus nicht selten als rückwärtsgewandt oder gar reaktionär bewertet wird, sehen seine Vertreter sich selbst als notwendiges Korrektiv am Progressiven und Liberalen. Der irische Politiker und Stammvater des Konservatismus, Edmund Burke, offenbart sich als der ideale Bezugspunkt für eine Untersuchung dieser umstrittenen Thematik. Seine Werke überraschen mit der Aktualität seiner Aussagen. Der Autor rückt die politische Kultur und den gesellschaftlichen Diskurs in ein neues Licht. Es wird deutlich, wo die Schwachpunkte heutiger Politikdiskurse liegen – nicht nur in Deutschland.

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Der Konservatismus (war und) ist eine Ideologie, die wie alle anderen Ideolo- gien ihr Weltbild durchzusetzen versucht bzw. es als wahre Beschreibung der Realität und damit für die politische Umsetzung als leitend ansieht. Die Selbst- beschreibungen bzw. die Fremdwahrnehmung des Konservatismus scheinen in ihrer vielfältigen Auslegung mit Burkes Ansichten nur in Teilen vereinbar zu sein. Gleichsam der Zitierung einzelner Bibelstellen wurden immer nur Tei- le seines Werkes benutzt, um die eigene Position zu begründen. Diese Arbeit hat deshalb bewusst die Aufzählung vermeintlich konservativer Schwerpunk- te oder Politiken vermieden, um Burke eben nicht erneut zu missbrauchen und sein eigentliches Potential zu verspielen. Eine Einordnung seines Denkens in ein ideologisches Raster des Konservatismus oder ein populäres, letztendlich aber wenig greifbares Links-rechts-Schema ist deshalb weder hilfreich noch entspricht es seinem „Geist“. Stattdessen verdeutlicht sein transzendentes Weltbild mit der Unterteilung des Menschen in einen emotional-irrationalen und einen abstrahierend-rationalen Teil die Beschränktheit des primär auf rationale Aspekte konzentrierten politischen Diskurses. Burkes Denken ver- meidet in seiner Gesamtheit und Konsequenz bewusst eine Abstraktion bzw. Erklärung der Realität anhand von Modellen. Burke gestaltet seine Vorstel- lungen von der guten Politik mit konkreten Bezügen und ermöglicht an- hand der hier aufgezeigten Gesamtschau sein Denken auch in unsere Zeit zu übertragen. Denn gerade die Normenquelle und ihre Auslegung ist entschei- dend für eine ethisch-moralische und damit auch politische, gesellschaftlich nachhaltige Entscheidung. Der Wettbewerb der Theorien und Studien, die zunehmend als Normenquellen der Moderne herangezogen werden, haben...

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