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Zur strafrechtlichen Verantwortlichkeit als Folge der regelwidrigen Beeinflussung geltender Allokationskriterien im Bereich der Organzuteilung

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Christian Koppe

Das Buch wurde maßgeblich durch den im Jahr 2012 bekanntgewordenen «Organspendenskandal» inspiriert und beschäftigt sich in umfassender Weise mit den in diesem Zusammenhang stehenden strafrechtlichen Problemen. Der Autor untersucht, ob die regelwidrige Beeinflussung geltender Allokationskriterien im Bereich der Organzuteilung als strafrechtlich relevantes Verhalten zu betrachten ist.

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Einleitung und Ziel der Arbeit

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Niemals zuvor konnte der Einzelne seine materiellen Bedürfnisse so leicht ver- wirklichen wie heute. Dank des Internetzeitalters und immer längerer Ladenöff- nungszeiten ist es praktisch kaum noch möglich, eine Ware nicht zu bekommen. Musste man früher noch überlegen, ob eine Sache überhaupt verfügbar war, so stellt sich heute meist nur noch die Frage, ob man finanziell in der Lage ist, sich diese zu leisten, und wenn ja, wo diese erworben werden soll. Selbst bei finanzi- ell angespannter Lage stellt die moderne Dienstleistungsgesellschaft zahlreiche Modelle zur Verfügung, um den Strom des Konsums nicht abreißen zu lassen. Diese anscheinend so perfektionierte Konsumgesellschaft lässt einen beina- he den Blick dafür verlieren, dass es nach wie vor Gebiete gibt, in denen der Mensch sein Verlangen nach „mehr“ nicht befriedigen kann. Einer dieser Berei- che, bei denen die Nachfrage um ein Vielfaches größer ist als das zur Verfügung stehende Angebot, ist der Bereich der Organspende. In kaum einem anderen Bereich herrscht aber ein so eklatantes Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage wie in diesem. Allein in Deutschland betrug die Zahl der Menschen im Jahr 2013, die auf ein Spenderorgan gewartet haben, rund 11.000.1 Die Zahl der transplantierten Organe hingegen betrug nur 4.059.2 Damit bekam nicht einmal jeder Zweite das von ihm dringend benötigte Organ. Führt man sich vor Augen, dass die Organspende für die betroffenen Menschen oft die einzig ver- bliebene Möglichkeit ist, am Leben teilzunehmen, so wird einem...

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