Show Less

«Grauer Kapitalmarkt»

Anlegerschutz durch Strafrecht?

Sigmund P. Martin, Nina Scherer, Diana Hube and Guntram Scheer

Dieser Band enthält den Abschlussbericht eines bei der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung am Fachbereich Kriminalpolizei beim Bundeskriminalamt durchgeführten Forschungsprojekts. Er behandelt die Fragestellung, inwieweit der strafrechtliche Anlegerschutz rund 25 Jahre nach der Einführung der speziellen Strafvorschrift des § 264a StGB, mit dem gerade Betrügereien auf dem «Grauen Kapitalmarkt» erfasst werden sollten, in diesem Marktsegment funktioniert. Ebenso untersucht der Band, ob neben öffentlich rechtlichen Regulierungen das Strafrecht – oder möglicherweise auch das Zivilrecht – einen Beitrag zu einem verbesserten Anlegerschutz leisten könnte.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

2. Teil: Die Ergebnisse der Befragungder Schwerpunktstaatsanwaltschaftenund der Anlegeranwälte zumPhänomen des „Anlagebetruges“ am„Grauen Kapitalmarkt“ und dessenstrafrechtlicher Verfolgung

Extract

2. Teil: Die Ergebnisse der Befragung der Schwerpunktstaatsanwaltschaften und der Anlegeranwälte zum Phänomen des „Anlagebetruges“ am „Grauen Kapitalmarkt“ und dessen strafrechtlicher Verfolgung 51 § 4 Die Allgemeine Relevanz der Anlagedelikte am „Grauen Kapitalmarkt“ Wie dargestellt, beziehen sich die im Rahmen dieser Studie erhobenen Daten thematisch auf den „Anlagebetrug“ und im Speziellen auf den sog. „Grauen Kapitalmarkt“. Nach einer Analyse der zugrundeliegenden Begrifflichkei- ten wird zunächst die Praxisrelevanz des Phänomens „Anlagebetrug“ aus staatsanwaltschaftlicher Sicht untersucht. A. Die Begriffe „Grauer Kapitalmarkt“ und „Anlagebetrug“ I. Zur Aktualität und Angemessenheit des Begriffs „Grauer Kapitalmarkt“ Bei der Beschäftigung mit der Thematik des „Grauen Kapitalmarktes“ be- ginnen die Schwierigkeiten bereits mit einer Begriffsbestimmung und Ein- grenzung dieses Themenfeldes.115 Neben Definitionsansätzen, die an negative Assoziationen im Sinne betrügerischen Vorgehens und unseriösen Machen- schaften anknüpfen,116 soll dem Begriff des „grauen Kapitalmarkts“ hier eine eher rechtstechnische Auslegung zugrunde liegen. Danach versteht man unter dem Grauen Kapitalmarkt den nicht-regulierten bzw. nicht-spezialgesetzlich 115 Vgl. Klaffke, S. 18; Hagemann, S. 63 ff. (dort ausführlich zu Begriff und Ge- nese des „Grauen Kapitalmarktes“) und S. 140 f. 116 So umschreibt z.B. die BaFin – vgl. Bafin, Grauer Markt – Graumarktprodukte auch dadurch, dass sich solche Produkte häufig dadurch auszeichneten, dass: – Anbieter mit hohen Zinsen oder Renditen über dem allgemeinen Markt- niveau locken, – mit der vermeintlichen Sicherheit der Kapitalanlage geworben wird – Anbieter vorgeben, in gleicher Weise wie institutionelle Anleger zweistel- lige Renditen erzielen zu können, – Anlageentscheidungen durch positiv besetzte oder ethisch korrekte Inves-...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.