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Grundbildung

Bildung mit Mehrwert

Edited By Marie-Louise Rendant

Das noch schemenhafte Gebilde Grundbildung wird in diesem Buch mit all seinen Facetten und unterschiedlichen Erscheinungsformen dargestellt. Grundbildung hat in den letzten Jahren sehr an Publicity gewonnen. Für viele steht sie jedoch im Schatten der Allgemeinbildung. Dies zu Unrecht: Denn Grundbildung steht für zweckgebundenes und anwendbares Wissen und zielt damit auf die soziale und berufliche Teilhabe. Der Leser erfährt Wichtiges über die Abgrenzung zur Allgemeinbildung, über den Mehrwert und die politische Weichenstellung, über Rahmencurricula und methodische Ansätze und erhält interessante Arbeitshilfen für die Bewerbung von arbeitsorientierter Grundbildung. Grundbildung stellt sich bei dieser umfassenden Betrachtung als dynamisch und zweckgebunden, relevant und interessant heraus.

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Grundbildung oder die Notwendigkeit der Garantie des „Bildungsminimums“ (Prof. Dr. Heinz-Elmar Tenorth)

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Prof. Dr. Heinz-Elmar Tenorth Grundbildung oder die Notwendigkeit der Garantie des „Bildungsminimums“ I. Problem und Thema Der Ausgangspunkt meiner Überlegungen1 ist eine Differenzerfahrung, die man aktuell, aber, und dann auch besorgniserregender, für die lange Dauer der mo- dernen Bildungsgeschichte machen kann: Die Differenz, auf die ich anspiele, ist – einerseits – die Diskrepanz zwischen der emphatischen öffentlichen Rede von Bildung und ihrer Bedeutung in der „Bildungsgesellschaft“, in der wir ver- meintlich leben, und – andererseits – der unverkennbaren Tatsache, dass unser Bildungssystem in seiner Geschichte in der Moderne, also mindestens seit etwa 150 Jahren (viel länger funktioniert allgemeine Beschulung noch nicht), immer neu „Risikogruppen“ produziert, wie der moderne Ausdruck sagt. Das sind Ab- solventen, die – gemessen an den Zielen der öffentlichen Pflichtschulen, denn um die geht es hier – das Maß an Kompetenzen nicht erreicht haben, das als wünschenswert für alle und als Einlösung der Idee allgemeiner (Grund-) Bil- dung gilt. Ihnen fehlt das „Bildungsminimum“, also das individuell notwendige und gesellschaftlich geforderte Maß an Ausstattung zum Verhalten in der Welt, das in schöner Eintracht unter diesem Namen von liberalen Bildungspolitikern (schon seit den 1860er Jahren) und sozialdemokratischen Bildungsreformern (seit 1906) gefordert wird2, und zwar als garantierte (wenngleich natürlich steigerbare) Leistung der öffentlichen Schule für alle Heranwachsenden einer Generation, also das „Mindestniveau“, das man als Bildungsstandard diskutieren kann und heute diskutiert. 1 Der Text ist die erweiterte, überarbeitete und mit Anmerkungen und Literatur versehe- ne Fassung eines Vortrags zum Thema, den ich bei der AlphaGrund-Abschlusstagung im Institut der...

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