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Mehrsprachigkeit durch bilingualen Unterricht?

Analysen der Sichtweisen aus europäischer Bildungspolitik, Fremdsprachendidaktik und Unterrichtspraxis

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Bettina Deutsch

Die Autorin untersucht, ob bilingualer Unterricht automatisch Mehrsprachigkeit fördert. Diese Annahme legen europapolitische Dokumente und fremdsprachendidaktische Veröffentlichungen häufig nahe. Dabei gilt Einsprachigkeit als Ziel guten bilingualen Unterrichts. Ob und wie dieser Widerspruch aufgelöst werden kann, diskutieren Dokumente aus Bildungspolitik, fachdidaktische Konzepte und die Akteur_innen selbst. Die Triangulation der unterschiedlichen Perspektiven ergibt ein differenziertes Gesamtbild der Zusammenhänge von Mehrsprachigkeit und bilingualem Unterricht und ermöglicht eine neue Sichtweise auf dieses besondere Verhältnis.

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6. Diskussion der empirischen Forschungsergebnisse mit Bezug zur fremdsprachendidaktischen Literatur und zur europäischen Sprachenpolitik

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Während in Kapitel 2 die Konzepte Mehrsprachigkeit und bilingualer Unter- richt/CLIL aus der Perspektive der europäischen Sprachbildungspolitik und in Kapitel 3 aus der fremdsprachendidaktischen Perspektive dargestellt, erläutert und diskutiert wurden, standen in Kapitel 4 und 5 die direkt am bilingualen Unterricht beteiligten Lehrer_innen und Schüler_innen im Mittelpunkt der Be- trachtung. Das nun folgende Kapitel 6 hat die Funktion, diese drei Perspektiven zu verschränken. Dabei geht es mir, wie bereits im Kapitel 4.3 zur Lehrer_innen- und Schüler_innenperspektive im Sinne von Flick (2004: 102), um die „Erwei- terung der Erkenntnismöglichkeiten durch die Erweiterung von Perspektiven auf den untersuchten Gegenstand“. Da dabei jedoch grundsätzlich die Gefahr besteht, dass die bereits existierenden theoretischen Forschungsergebnisse als ‚Messlatte‘ angesetzt werden und demgegenüber vor allem die ‚Defizite‘ der Auf- fassungen der befragten Personen ins Auge fallen (Caspari 2003: 260), soll an dieser Stelle explizit darauf hingewiesen werden, dass dies nicht intendiert ist. Vielmehr geht es um einen Versuch, die teilweise sehr unterschiedlichen Per- spektiven auf Mehrsprachigkeit und bilingualen Unterricht/CLIL durch einen „wechselseitigen (deskriptiven) Blick auf inhaltliche Gemeinsamkeiten und Dif- ferenzen“ (Viebrock 2007: 287) zu erklären, zu verschränken und dadurch das Gesamtbild zu erweitern. Die so gewonnenen Erkenntnisse können sowohl für die fremdsprachendidaktische Forschung als auch für die schulische Praxis so- wie für die europäische Sprachen- und Bildungspolitik von Interesse sein. 6.1 Zum Mehrsprachigkeitskonzept Ein Konzept von Mehrsprachigkeit der von mir befragten Lehrer_innen wurde erst im Verlauf...

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