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Zum Verhältnis von unmittelbarer und mittelbarer Stellvertretung unter besonderer Berücksichtigung der Schlossmann'schen Vertretungslehre

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Regina Ellsperger

Die Autorin veranschaulicht Siegmund Schlossmanns Vertretungslehre umfassend an Beispielsfällen. Im geltenden Recht bilden die Rechtsinstitute der unmittelbaren und mittelbaren Stellvertretung einen Gegensatz, den Rechtsprechung und herrschende Lehre mit Billigkeitserwägungen unter anderem im Rahmen der Drittschadensliquidation aushebeln. Schlossmann wollte diese Gegensätzlichkeit aufheben und entwickelte ein einheitliches Vertretungsinstitut, das in Vergessenheit geraten ist. Die Autorin beweist, dass der Wissensstand des mittelbar Vertretenen die Wirkungen des Ausführungsgeschäftes analog § 166 Abs. 2 BGB beeinflusst. Hierdurch wird Schlossmanns Lehre zumindest teilweise bestätigt.

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B. Die Schlossmann’sche Vertretungslehre

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17 B. Die Schlossmann’sche Vertretungslehre I. Darstellung der Lehre Schlossmanns Schlossmann zufolge befassen sich die Lehre und das Recht der Vertretung mit den rechtlichen Beziehungen, die unmittelbar oder mittelbar durch das Wirken des Vertreters zwischen dem Vertretenen und dem Dritten erzeugt werden. Schlossmann beschränkt seine Untersuchungen zum Vertretungsrecht ausdrücklich auf die Ver- tretung bei obligatorischen Verträgen sowie auf die Vertretung beim Besitzerwerb.75 In dem ersten Teil seiner Monografie76 analysiert Schlossmann die seinerzeit herr- schende Vertretungslehre, die durch den Gesetzgeber mit Erlass des HGB sowie des BGB sanktioniert worden ist.77 Schlossmann kommt dabei zu dem Ergebnis, dass die in § 164 Abs. 1 BGB normierten Tatbestandsmerkmale des Handelns im fremden Namen und der Vertretungsmacht keinen Aufschluss über das Wesen der Vertretung geben. In dem zweiten Teil seiner Abhandlung78 entwirft Schlossmann die Grundlinien eines Vertretungsrechts, in dem die unmittelbare und die mittelbare Vertretungs- wirkung keine dogmatisch miteinander unvereinbaren Gegensätze darstellen. Nach Schlossmann handelt es sich um verschiedene technische Mittel für die Verwirk- lichung desselben Zwecks, die überdies nie in ihrer reinen Form, sondern stets in Kombination miteinander auftreten. Schlossmann definiert einen allgemeinen Vertretungstatbestand, welcher der unmittelbaren und der mittelbaren Vertretungs- wirkung zugrunde liegt und ihr gemeinsames Wesen verdeutlicht. Mit diesem ge- meinsamen Wesen von unmittelbarer und mittelbarer Vertretungswirkung erklärt er unter anderem, dass es im Rahmen der mittelbaren Vertretungswirkung zu einer rechtlichen Einbindung des Hintermanns in das Ausführungsgeschäft kommt, bspw. bei der Drittschadensliquidation oder bei § 392 Abs. 2 HGB. Die folgende Darstellung der Vertretungslehre Schlossmanns...

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