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Die Besteuerung der luxemburgischen Société de Participations Financières (SOPARFI)

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Bianca Wohlfart

Dieses Buch beschäftigt sich mit der «Soparfi» (Société de Participations Financières), welche im Wirtschaftsverkehr eine in Luxemburg ansässige und regelmäßig als GmbH (S.à r.l.) oder AG (S.A.) gegründete Finanzbeteiligungsgesellschaft bezeichnet, die in der internationalen Steuerberatung eingesetzt wird. Die «Soparfi» unterliegt in Luxemburg der unbeschränkten Steuerpflicht, jedoch gelten für sie weitreichende Steuervergünstigungen. Hierzu zählt insbesondere das luxemburgische Schachtelprivileg, das eine weitgehende Freistellung von der Körperschaft-, Gewerbe- und Vermögensteuer vorsieht. Die Autorin untersucht die Voraussetzungen, Folgen und Besonderheiten des luxemburgischen Schachtelprivilegs i.V.m. der «Soparfi» und geht auf deren Einsatz im Rahmen der internationalen Steuerplanung und etwaige Missbrauchsgrenzen ein.

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C. Die „Soparfi“ im Rahmen der Steuerplanung mit Holdinggesellschaften

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Die Steuerplanung mit Holdinggesellschaften ist ein elementarer Bereich der in- ternationalen Steuerplanung. Es ist vor allem auf die Internationalisierung und Globalisierung zurückzuführen889, dass den Holdinggesellschaften eine hohe Relevanz in der Steuerplanung der Unternehmen zukommt. Der Begriff der Holding hat eine schillernde Ausstrahlung890, er wird gemeinhin mit der Steuer- planung von Großkonzernen verbunden.891 Dies ist zunächst überraschend, wenn man bedenkt, dass eine Holding- gesellschaft wie die „Soparfi“ in der Form einer Kapitalgesellschaft aufgrund des Trennungsprinzips eine neue Besteuerungsebene schafft, die sich auf die Gesamtsteuerbelastung des Konzerns grundsätzlich negativ auswirkt (Kaskadeneffekte).892 Jedoch können durch bestimmte Gestaltungsstrategien spezifische steuerrechtliche Regelungen so kombiniert werden, dass sich die Zwischenschaltung einer Holding steuerlich vorteilhaft auswirkt.893 Gestaltun- gen mit Holdinggesellschaften sollen steuerliche Mehrbelastungen vermeiden bzw. reduzieren oder steuerliche Minderbelastungen im Konzern erzeugen.894 I. Reduzierung von Quellensteuern Das klassische Konzept in der Holdingsteuerplanung bezweckt die Reduzierung bzw. Vermeidung der Quellensteuerbelastung durch Umleitung von Einnah- men über eine Holdinggesellschaft.895 Ein beliebtes Instrument der internati- onalen Steuerplanung ist dabei z. B. die Umleitung von Einnahmen über eine luxemburgische Soparfi, damit eine an sich nicht abkommensberechtigte Per- son von reduzierten Quellensteuern profitieren kann (Treaty Shopping) oder damit eine an sich nicht unter die Mutter-Tochter-RL fallende Person nun von 889 Reichel, GmbHR 1996, S. 671. 890 Endres/Dorfmüller, PIStB 2001, S. 94. 891 Jacobs, Unternehmensbesteuerung, S. 1017. 892 Kessler, Euro-Holding, S. 82; Kessler in Schaumburg/Piltz, Holdingstandorte, S. 81; Kessler in Grotherr, Steuerplanung, S. 218. 893 Bader, Steuergestaltung, S. 95. 894 Kessler, Euro-Holding, S. 76; Sch...

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