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Karl Marbe: Zeitgemäße populäre Betrachtungen für die kultivierte Welt

Aus dem Nachlass eines deutschen Gelehrten

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Edited By Armin Stock

Dieses Buch präsentiert erstmals ein bislang unbekanntes Werk aus dem Nachlass des Psychologen Karl Marbe (1869–1953). Seine «zeitgemäßen Betrachtungen» sind eine populär verfasste, aber dennoch tiefgreifende Analyse der Mechanismen der Volksverführung, wie es sie nicht nur im Dritten Reich gegeben hat, sondern auch in den Jahrhunderten zuvor. Marbe verarbeitete in diesem Buch seine Kenntnisse der Massenpsychologie, der Suggestion sowie der Werbe- und der Konsumentenpsychologie und erschuf ein Werk, das auch heute noch von hoher Aktualität ist und zur Wachsamkeit mahnt.

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Karl Marbe – ein Leben in fünf politischen Systemen

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XV Karl Marbe – ein Leben in fünf politischen Systemen Kindheit und Jugend Paris, Dienstag, 31. August 1869: Wilhelmine Marbe (geb. Wagner) bringt das einzige Kind ihrer Ehe mit August Marbe, den Sprössling Karl Johann Ludwig Marbe zur Welt. Ursprünglich stammte die Familie aus Freiburg im Breisgau, Karls Vater jedoch war ein erfolgreicher Geschäftsmann, der französische Pro- dukte nach Deutschland und in andere Länder exportierte, sodass Paris der ideale Wohnort war. Die Geschäfte liefen gut, die Familie war wohlhabend, wenn auch nicht reich, und Karl hätte eine unbeschwerte Kindheit und Jugend im franzö- sischen Kaiserreich Napoleons III. inmitten der stets aufstrebenden Metropole Paris erwarten dürfen. Selbst der für Frankreich ungünstig verlaufene Krieg von 1870–1871 gegen Preußen und seine süddeutschen Verbündeten, der hohe Repa- rationsleistungen und den Verlust Elsass- Lothringens zur Folge hatte, führte nicht dazu, dass der junge Karl oder seine Familie als Deutsche in Frankreich angefein- det wurden. In seinen „Erinnerungen eines alten Mannes über den Chauvinis- mus und die Torheit der Menschen“5 schrieb Marbe: „Niemals habe ich in meiner Jugend bemerkt oder gehört, daß mein Vater bei seinen französischen Bekannten ungern gesehen wurde, weil Napoleon III. den Krieg verloren hatte. Niemals habe ich selbst in Paris ein unfreundliches Wort gehört, weil ich deutscher Abkunft war. Niemals hat meine Mutter unter dem Krieg irgendwie gelitten. Für uns ging alles weiter wie vor dem Krieg.“ Die glücklichen Verh...

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