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Karl Marbe: Zeitgemäße populäre Betrachtungen für die kultivierte Welt

Aus dem Nachlass eines deutschen Gelehrten

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Edited By Armin Stock

Dieses Buch präsentiert erstmals ein bislang unbekanntes Werk aus dem Nachlass des Psychologen Karl Marbe (1869–1953). Seine «zeitgemäßen Betrachtungen» sind eine populär verfasste, aber dennoch tiefgreifende Analyse der Mechanismen der Volksverführung, wie es sie nicht nur im Dritten Reich gegeben hat, sondern auch in den Jahrhunderten zuvor. Marbe verarbeitete in diesem Buch seine Kenntnisse der Massenpsychologie, der Suggestion sowie der Werbe- und der Konsumentenpsychologie und erschuf ein Werk, das auch heute noch von hoher Aktualität ist und zur Wachsamkeit mahnt.

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Anmerkungen zum Buch

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– Titelblatt: „Von einem deutschen Gelehrten“. Möglicherweise hoffte Marbe darauf, durch das Pseudonym des „deutschen Gelehrten“ eine unvoreinge- nommenere Aufnahme des Buchs zu erzielen. Auch im Faksimile sind immer wieder Korrekturen zu sehen, die das Ziel haben, die Herkunft des Autors zu verschleiern. Einer Überprüfung des Manuskripts durch die Gestapo hätte diese Form der Anonymisierung allerdings nicht standgehalten. – Vorwort: Schiller- Zitat. Marbe deutet mit dem Zitat aus Schillers Lied von der Glocke von 1799 an, dass er auch nach dem Krieg noch nicht sicher ist, ob er diese Schrift wirklich publizieren soll. Manche Dinge sollten besser ungesagt bleiben, um keinen Schaden hervorzurufen. Dies passt auch zur Anonymisierung. Liest man bei Schiller weiter, so werden seine Befürch- tungen noch deutlicher ausgemalt: „Weh denen, die dem Ewigblinden Des Lichtes Himmelsfackel leihn! Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden Und äschert Städt und Länder ein.“ Erstes Kapitel – Seite 4, zweiter Absatz: „ denn wenn z. B. vom Willen eines ganzen großen Volkes die Rede ist, so wird wohl niemals jeder Einzelne, der zu diesem Volk gehört, genau das gleiche wollen, wie der andere“. Dies steht möglicherweise in Zusammenhang und im Widerspruch mit einem von Marbe im Nachlass aufbewahrten Zitat Goebbels, der am 9. Juli 1944 in der Zeitung „Das Reich“ Nr. 28 unter der Überschrift „Der Krieg in der Sackgasse“ schrieb: „Es gibt in Deutschland keinen Menschen, der über den Krieg eine andere Meinung verträte als die deutsche Regierung. Es wäre im...

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