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Text und Performanz

Eine Didaktik des Gebets im islamischen Religionsunterricht zwischen Normativität und Spiritualität

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Jörg Ballnus

Das Buch bietet den Entwurf einer Didaktik des Gebets im islamischen Religionsunterricht. Der Autor geht der Frage nach, wie ein derart zentraler Begriff wie der des Gebets an Schärfe und Kontur gewinnen kann, wenn er Gegenstand des islamischen Religionsunterrichts wird. Wo verlaufen die Grenzen in einem Unterrichtsfach, welches zwar eine res mixtae zwischen Staat und Religionsgemeinschaft ist, bezüglich des religiösen Klimas im Klassenzimmer vor dem Hintergrund des Überwältigungsverbots jedoch besondere Bedingungen an die Unterrichtenden stellt? Muslimische Schülerinnen und Schüler kommen mit heterogenen lebensweltlichen Bezügen in die Schule. All die normative Vielfalt will dann mithilfe geeigneter didaktischer Mittel in die unterrichtliche Ebene übersetzt sein. Letztlich kann ein sich all dieser Fragen bewusster islamischer Religionsunterricht seinen Anteil dazu leisten, das Gebet zwischen normativen und spirituellen Ansprüchen erfahr- und vor allem auch reflektierbar zu machen.

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1. Kapitel: Einleitung

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1.1 Vorbemerkungen zum Stand des islamischen Religionsunterrichts1 Vor einigen Jahren begann an deutschen Universitäten, vorerst in der Regel als Erweiterungsangebot, die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern für den is- lamischen Religionsunterricht. Die neue deutsche Islamische Theologie betreibt an vier Standorten in der Bundesrepublik Lehre und Forschung.2 Mittlerwei- le sind weitere Standorte dieser neuen Fachdisziplin hinzugekommen.3 Neben der ursprünglichen Absicht der lehramtsaffinen Studiengänge finden wir nun zu gleichen Teilen, wenn nicht sogar tendenziell größeren Anteilen Studierende in den theologisch orientierten Studiengängen wieder, wobei nun auch wieder eine gewisse Tendenz in Richtung Lehramt spürbar wird, weil eben hier die Berufsper- spektiven derzeit als sicherer wahrgenommen werden. An der von Irka-Cristin Mohr in einer vergleichenden Studie über Curricula für den Islamischen Reli- gionsunterricht in Europa aufgestellten These, dass dem Staat schlichtweg der Ansprechpartner in Form einer Islamischen Religionsgemeinschaft fehle, hat sich inzwischen einiges geändert.4 Es gibt auf Ebene des Niedersächsischen Kul- tusministeriums, die Institution des bisherigen Runden Tisches, die Mitarbeiter des Kultusministeriums sowie Vertreter der muslimischen Verbände sowie Fach- berater aus der Wissenschaft versammelt, um Vorarbeiten für einen künftigen in 1 Ich beziehe mich grundlegend auf die niedersächsischen Erfahrungen, die bisher seit nunmehr über 12 Jahren die Einrichtung des islamischen Religionsunterrichts begleiten. 2 Das Bundesminsiterium für Bildung und Forschung fördert seit 2011 zunächst für fünf Jahre insgesamt vier Standorte: Frankfurt/Main (mit Gießen), Münster/Osnabrück, Tübingen und Nürnberg-Erlangen. https://www.bmbf.de/de/islamische-theologie-367. html...

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