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Wissenschaft und globales Denken

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Edited By Franz Gmainer-Pranzl and Angela Schottenhammer

Ökonomische Dynamiken, politische Transformationen, internationale Vernetzung sowie die Kommunikation durch neue Medien sind Indikatoren einer «Globalisierung», die heute viele Bereiche des Lebens erfasst. Doch bedeutet eine solche Expansion und Internationalisierung wirtschaftlicher Prozesse, technischer Entwicklungen und politischer Ordnungen, dass «globales Denken» als (selbst)kritischer Diskurs zum Tragen kommt? In kritischem Kontrast zu Globalisierungsstrategien fragen die Beiträge dieses Bandes danach, inwiefern der Bezug auf globale Zusammenhänge die gewohnten Zugänge und Methoden der Wissenschaft herausfordert und verändert. Nicht «Globalisierung» als Erfolgsstrategie, sondern «globales Denken» als kritischer Anspruch steht im Zentrum der Überlegungen dieses Tagungsbandes.

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Helwig Schmidt-Glintzer Wissenschaft, globales Denken und die Ungleichzeitigkeit von Modernisierungsprozessen Vorbemerkung „Globalisierung“ ist heute in aller Munde, in den Wissenschaften wie in den Medien� Es gibt Kritiker der Globalisierung, es gibt Befürworter, es gibt vermit- telnde Positionen, die vom „Glokalen“ sprechen, von dem Lokalen/Regionalen einerseits und den als Globalität verstandenen weltweiten Vernetzungen� Nicht zuletzt haben Umwelt-Themen, darunter die Rede vom „global warming“ und von der Verschmutzung der Weltmeere, die Debatten angeregt� Globalisierung ist jedenfalls „kein Zustand, sondern ein Prozess“, „die Intensivierung und Beschleu- nigung grenzüberschreitender Transaktionen bei deren gleichzeitiger räumlicher Ausdehnung“1� Diese Entwicklung spiegelt sich in den Wissenschaften in unterschiedlicher Intensität� Die Metaebene bezeichnet Jürgen Osterhammel als „Globalifizierung“� Darunter versteht er „das Eindringen und die Übernahme von grenzüberschrei- tenden Erkenntnisperspektiven in bestehende Diskurszusammenhänge“2� Da- mit sind schon viele Wissenschafts- und Erkenntnisfelder ausgeklammert, bei denen wir bereits längst weitgehend einheitliche Erkenntnisperspektiven haben� Die Metallurgie, die Physik, die Mathematik, die Chemie mögen hierzu gehören� Schwieriger wird es bereits bei den Lebenswissenschaften – allein schon des Le- bensbegriffs wegen� Nun lässt sich der Globalisierungsbegriff leicht relativieren oder zurückwei- sen mit dem Hinweis auf tatsächliche Asymmetrien von Macht, Wohlstand und daraus resultierenden Interessenkonflikten� In den Wissenschaften sind all jene Felder, welche in kulturelle Muster eingebettet und daher sprachlicher Deutung 1 Vgl� Menzel, Ulrich, Tausend Jahre Globalisierung im Rückblick aus der aktuellen Globalisierungsdebatte, in: Schmidt-Glintzer, Helwig (Hg�), Neue Blicke auf alte Kar- ten und die Dynamik der europäischen...

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