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Geschichte der Personalberatung

Entstehung und Entwicklung der Personalberatungsbranche in Deutschland

Eckhard Neudeck

Der Autor betrachtet erstmals die Personalberatungsbranche unter historischen Aspekten. Anhand von Zeitzeugeninterviews, der Auswertung und Analyse von über 600 Personalberatungen, mehr als 1.000 zeitgenössischen Stellenanzeigen sowie diversen Archivbeständen zeichnet er die Historie der Personalberatung im Zeitraum von 1926 bis Mitte der 1990er Jahre nach. Er weist nach, dass mit dem Berufsstand des «Researchers» eine neue Profession kreiert wurde. Zugleich zeigt die vergleichende Untersuchung zwischen US-amerikanischen und deutschen Beratungen, wie sich die Branche in beiden Ländern unter vollkommen unterschiedlichen ökonomischen, politischen, juristischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen autonom entwickelte und sich einem ständigen Wandel anpassen musste.

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V. Fazit und Ausblick

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415 V. Fazit und Ausblick 1. Heterogene Gründungshistorie 1.1 US­amerikanische Unternehmensberatungen als Impulsgeber für die Direktansprache Die Auseinandersetzung mit der ersten erkenntnisrelevanten Frage, inwie­ weit die Personalberatungshistorie originär in den USA begann und auf die Existenz von Unternehmensberatungen zurückzuführen war, machte es zunächst erforderlich, definitorisch und inhaltlich zwischen Unterneh­ mensberatung und Personalberatung zu differenzieren und mögliche Inter­ dependenzen zu identifizieren. Zum anderen war die Anforderung an die chronologische Präzision zur Einordnung der Ereigniszusammenhänge zu erfüllen. So wurde mit der Analyse des US­amerikanischen Beratungsmarktes dar­ gelegt, dass die Inspiration, Personalberatung i. e. S. als neue Dienstleistung für Unternehmen anzubieten, nicht nur von den beratenen Klienten und ihrem Bedarf an qualifiziertem Personal ausging, sondern sich auch aus den originären Denkansätzen verschiedener US­amerikanischer Unternehmens­ beratungen und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ergab: Sie postulierten, dass Unternehmens­ wie auch Personalberatung in erster Linie ein perso­ nenzentriertes Geschäft sei und somit einen höheren Stellenwert besäße als das sog. „corporate­to­corporate“­Geschäft. In diesem Zusammenhang wurden erhebliche wirtschaftskulturelle Differenzen zwischen Europa, hier speziell Deutschland, und den USA festgestellt. Demnach waren und sind Personalsuchanzeigen in den USA nahezu unbekannt. Sie wurden stets mit Skepsis und „(…) some suspicion“ betrachtet.1259 Dieses personenfokussierte Denk­ und Handlungsmuster, das vor allem auf die menschlichen Beziehungsgeflechte und die in den USA verbreiteten 1259 St George: Spencer Stuart, S. 112; ähnlich der Personalberater Bernd Witthaus: Er konstatierte im Rahmen eines Suchauftrages in den USA und mit...

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