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Robert Gilbert

Eine zeitgeschichtliche Biografie

Christian Walther

Erstmals wird in dieser Biografie das Leben Robert Gilberts an Hand des Nachlasses und einer Vielzahl weiterer Quellen nachgezeichnet. Sein Werk kennt fast jeder, seine Person fast niemand: Der außergewöhnliche Liedtexter und Lyriker hat mit so gegensätzlichen Komponisten wie Werner Richard Heymann («Das gibt’s nur einmal») und Hanns Eisler («Stempellied») gearbeitet. Im Wiener Exil schrieb er als «Tarner Brother», in Paris befreundete er sich mit Hannah Arendt, in New York kämpfte er ums Überleben. Er wandelte sich vom KPD-Sympathisanten zum Antikommunisten. 1949 kehrte er nach Europa zurück und arbeitete mit Erich Kästner für das Münchner Kabarett Die kleine Freiheit. Es folgte eine Karriere als Übersetzer amerikanischer Musicals wie My Fair Lady.

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IV. Der Weg in die Emigration

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121 IV. Der Weg in die Emigration Das Ende in Berlin Am 13. März 1933 wird Joseph Goebbels zum Reichsminister für Volksauf- klärung und Propaganda ernannt. Am 28. März stellt er sich im Berliner Hotel Kaiserhof auf einem Bierabend der Branchenverbände SPIO250 und DACHO251 Filmwirtschaft und Filmschaffenden vor. Goebbels bezeichnet sich dort als leidenschaftlichen Liebhaber der filmischen Kunst. Er spricht über die Bedingungen, unter denen der „deutsche Film eine Weltmacht werden“ könne. Und sagt: „Je schärfere völkische Konturen ein Film hat, desto größer sind die Möglichkeiten, die Welt zu erobern. Allerdings ist der Publikumsgeschmack nicht so, wie er sich im Inneren eines jüdischen Regisseurs abspielt. Man kann kein Bild vom deutschen Volk im luftleeren Raum gewinnen. Man muss dem Volke aufs Maul schauen und selbst im deutschen Erdreich seine Wurzeln eingesetzt haben. Man muß ein Kind dieses Volkes sein.“252, 253 Schon am nächsten Tag beeilt sich der Vorstand der UFA, dem neuen Geist Rechnung zu tragen: „Mit Rücksicht auf die infolge der nationalen Umwälzung in Deutschland in den Vordergrund getretene Frage über die Weiterbeschäftigung von jüdischen Mitar- beitern und Angestellten in der UFA beschließt der Vorstand grundsätzlich, dass nach Möglichkeit die Verträge mit jüdischen Mitarbeitern und Angestellten gelöst werden sollen.“254 Als erstes wurden die Verträge mit Charell und Pommer gekündigt resp. aufgelöst. Als über Heymann gesprochen wird, vermerkt das Protokoll: 250 s. http:...

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