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Baulärm und Sozialadäquanz

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TOPJUS Rechtsanwälte

Die Autorin beschäftigt sich mit der Problematik Baulärm. Sie stellt übersichtlich die Probleme dar, die sich aus der momentanen Gesetzes- und Rechtsprechungslage ergeben, und arbeitet heraus, wie willkürlich Gerichte gleiche Sachverhalte unterschiedlich behandeln. Auf Basis Ihrer Untersuchung unterbreitet sie einen Gesetzesvorschlag, der für dauerhafte Klarheit bei der Behandlung von Baulärm sorgen soll und somit für alle Beteiligten Rechtssicherheit schafft.

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12. Technische Nachvollziehbarkeit von Baulärm

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155 12. Technische Nachvollziehbarkeit von Baulärm Nichts ist so schnell vergänglich und im wahrsten Sinne des Wortes „nicht fass- bar“ wie die Geräuschentwicklung im Zusammenhang mit der Abwicklung von Bauprojekten: Jeder Laut ist einmalig und verklingt im Augenblick des Entstehens, auch wenn er – wie etwa bei Motoren- bzw. Antriebs-, Bohr- und Schlaggeräuschen – vielfach wiederholt zu hören ist. Denn letztlich ist die Wahrnehmbarkeit durch das menschliche Gehör nichts anderem als dem Zusammenwirken hochentwickel- ter und hochkomplexer Sinn-Komponenten des menschlichen Körpers, von der Ohrmuschel über den Gehörgang bis hin zum Trommelfell sowie komplizierter Vorgänge des Nerven- und Gehirnsystems zu verdanken. Dabei spielt letztlich der Luftdruck und dessen Veränderung durch Schallwellen die maßgebliche Rolle. Denn „Hören“ bedeutet nicht mehr, als Änderungen des in den Gehörapparat des Kopfes eindringenden Schalles zu registrieren und mit Hilfe des Gehirns zu übersetzen: In Worte, Ton- und Klangfarben sowie Höhen und Tiefen. Aber auch in Empfindungen: Wohltuend (wie beim Genuss gerne gehörter Musik oder der Stimme vertrauter Menschen), interessiert (wie bei der Kenntnisnahme von Durchsagen oder dem Führen von Gesprächen), desinteressiert (wie bei Hinter- grundgeräuschen aller Art), gestört (wie bei unangenehmen Stimmen, ungewolltem Musikgenuss, lärmenden Gasthausbesuchern oder Straßenpassanten), verärgert (wie bei lautem Motorengeheul oder Autolautsprechern übermütiger Jugendlicher) oder erschreckt (wie bei unerwartetem Düsenjäger-Getöse oder einem Knall). Immer spielt hier eine sehr subjektive Einstellung des „Hörenden“ eine maßgeb- liche Rolle. Dies...

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