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Tradition und Innovation des Fiqh im Denken von Hayreddin Karaman

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Murat Bagriacik

Der Autor erforscht die Anwendungsdynamiken des islamischen Rechts (fiqh) in wandelnden Kontexten anhand der Werke von Hayreddin Karaman, einem berühmten islamischen Rechtsgelehrten in der Türkei. Dabei analysiert er die Entwicklungen chronologisch seit dem Beginn in der Prophetenperiode und die wissenschaftlichen Entfaltungen der Nachfolgezeit bis in die säkulare Postmoderne. Anhand der diachronischen Forschungsmethode untersucht der Autor die innovative fiqh-Anwendung bei Karaman und zeigt seine Methode auf. Es geht hierbei um die Anknüpfung an die Tradition und die daraus gewonnene Innovation in ihrem wissenschaftlich-argumentativen Diskurs. Auf kritischer Grundlage begegnet Karaman den Herausforderungen eines innovativen Aufschwungs in der säkularen Postmoderne.

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4 Säkulare Postmoderne: Herausforderungenbei H. Karaman

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243 4. Säkulare Postmoderne: Herausforderungen bei H. Karaman 4.1 Beziehungen: Religion, Welt, Staat, Laizismus in der Türkei 4.1.1 Säkularer Laizismus und Demokratie Nach Hayreddin Karaman verpflichtet die Demokratie zu den Menschenrech- ten.737 Mit dieser wichtigen Grundsatzhaltung geht er in seinen Forschungen auf die Beziehungen zwischen Religion, Welt, Staat und Laizimus ein. Zunächst stellt er die in der Türkei oft angenommene Position dar, welche die Relationen der Demokratie mit dem Laizismus betrifft. So versteht eine radikale Gruppe von Laizisten738 den säkularen Laizismus als unabdingbare Notwendigkeit, welche selbst ohne Menschenrechte und ohne Demokratie um jedem Preis zu schützen ist.739 Zudem sind sie der Ansicht, dass „Laizismus ohne Demokratie“ möglich ist, wobei sie den umgekehrten Fall für „unmöglich“ erachten. Diese Menschen verstehen unter „Laizismus“ die Tren- nung von Religion und Staat und definieren „Demokratie“ als eine Regierungs- form, die sich auf die Volksvernunft stützt. Nach ihrer Überzeugung hat diejenige Religion einen Hohheitsanspruch, die sich in den Staat einmischt, dadurch ande- re Religionen, Glaubensformen, Weltansichten die vorherrschende Religion ra- dikal aufgedrängt bekommen und somit die Demokratie unmöglich ist. Daraus folgern sie, dass das Prinzip „Laizismus“ und somit die Trennung der Religion vom Staat für die Demokratie existentiell wichtig ist.740 Nach Hayreddin Karaman verhindern die radikalen Laizisten zum Schutz der Demokratie die Interventionen der Religion in den Staat, um „ihrerseits“ Widersprüche zu beheben. Nach Karaman vergessen sie dabei, dass hierdurch neue Widersprüche aufkommen, dessen sie sich nicht bewusst sind....

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