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Persönlichkeitsschutz von Kindern und Jugendlichen

Eine Untersuchung zum zivilrechtlichen Schutz von Minderjährigen in der modernen Medienlandschaft

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Henrike Ehrhorn

Der Persönlichkeitsschutz junger Menschen hat im gegenwärtigen Medienumfeld neue Aktualität erlangt. Im Zentrum der Diskussionen steht die natürliche Schutzbedürftigkeit, durch die auch die geltende Grenzziehung zur kollidierenden Presse- und Äußerungsfreiheit berührt wird. Die Autorin entwickelt daran anknüpfend ein Konzept, wie die Spannungsfelder der Persönlichkeitsrechte von Kindern und Jugendlichen in einen möglichst schonenden Ausgleich mit widerstreitenden Interessen gebracht werden können. Die Untersuchung wird durch sozialwissenschaftliche Erkenntnisse und die maßgeblichen Wertungsgrundlagen fundiert und rechtsvergleichend flankiert. Anhand einer Aufarbeitung der problematischen Rechtsfragen zur Einwilligung sowie zur Güter- und Interessenabwägung entfaltet die Verfasserin wesentliche Grundlinien für den Minderjährigenschutz gegenüber der Presse und im Internet.

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Kapitel 5: Grundprinzipien in den Anwendungsfeldern des Diskretions., Bildnis. und Ehrschutzes

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183 Kapitel 5: Grundprinzipien in den Anwendungsfeldern des Diskretions‑, Bildnis‑ und Ehrschutzes Der grundrechtlich abgesteckte äußere Rahmen im Minderjährigenpersönlichkeits- schutz ist in Ansehung der rechtlichen Wertungsgrundlagen und außerrechtlichen Befunde entsprechend durch das materielle Zivilrecht auszufüllen.872 Die Ermittlung tragender Grundregeln setzt bei der zivilrechtlichen Dogmatik der Persönlichkeits- rechte in den ausgesuchten Kernbereichen des Diskretions-, Bildnis- und Ehrschut- zes an (§ 1). Mit zentralen Fragen für die praktische Rechtsanwendung befasst sich die anschließende Auseinandersetzung mit dem Institut der rechtfertigenden Ein- willigung und ihrer modifizerten Ausgestaltung im Minderjährigenpersönlichkeits- schutz (§ 2). Daran knüpft die Analyse von Inhalt und Intensität des zivilrechtlichen Schutzes der Persönlichkeitsrechte gegenüber Kommunikationsfreiheiten an. Die entscheidenden Abwägungsvorgänge werden in den praktisch und wissenschaftlich bedeutsamsten Anwendungsfeldern des Spannungsverhältnisses konkretisiert, dem Schutz gegenüber der Presse und im Internet. Die traditionellen Schutzgüter des persönlichen Lebensbereichs, der Selbstdarstellung und der persönlichen Ehre sind hier in besonderem Maße in der Bewährung (§ 3). Ziel ist es, Grundprinzipien für einen auf die Entwicklung des jungen Menschen abgestimmten Persönlichkeits- schutz zu formulieren. § 1 Dogmatische Grundlegung des Minderjährigenpersönlichkeitsschutzes A. Grunddogmatik im Persönlichkeitsschutz Eine allgemein gültige und anerkannte Dogmatik hat sich zu den Persönlichkeits- rechten und ihren Ausprägungen bisher nicht herausgebildet. Wie im Verfassungs- recht variieren die Beschreibungen des geschützten Bereichs, Bezeichnung und Umfang sehr stark. Inhalt und Umfang der Persönlichkeitsrechte sind grundsätz- lich erst im Wege der...

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