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Die Balkankrise von 1875 bis 1878 im Spiegel osmanischer und westlicher Karikaturen

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Elif Elmas

Dieses Buch gibt anhand von graphischen Bildsatiren einen Einblick in die satirische Bearbeitung der Balkankrise von 1875–1878. Ab den 1870er Jahren erschienen erstmals karikaturistische Satirezeitschriften in osmanischem Türkisch. Die Autorin widmet sich den satirischen Publikationen des wichtigsten Protagonisten dieser Jahre: Teodor Kasap, dem die Synthese des westlichen Konzepts einer Satirezeitschrift mit einer der populärsten Formen osmanischer Satire, dem Schattentheater Karagöz, gelang. Die Herausgeber von Satirezeitschriften hatten die Absicht, nicht nur zur Unterhaltung ihres Publikums beizutragen, sondern auch zur (politischen) Meinungsbildung. Verleger wie Teodor Kasap oder Mehmed Tevfik wussten um die Macht ihrer Blätter und nutzten sie als Medium zur Verbreitung eigener Gedanken, Ideale und Ansichten. Exemplarisch untersucht die Autorin unter anderem die Satirezeitschrift Hayal.

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1. Einleitung

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13 1. Einleitung Zu Beginn des „langen 19. Jahrhunderts“1 gehörten die Levante, Teile Nordaf- rikas und des Kaukasus sowie weite Gebiete der Balkanhalbinsel zu dem Herr- schaftsgebiet des Osmanischen Reiches.2 Dementsprechend lebten Angehörige unterschiedlicher Religions- und Sprachzugehörigkeiten unter osmanischer Oberherrschaft.3 Die Erhaltung der Kontrolle über diese weitläufigen Territo- rien stellte die Hohe Pforte im 19. Jahrhundert vor große Herausforderungen, zumal sie in diesem Jahrhundert verstärkt gegen zentrifugale Kräfte zu kämpfen hatte.4 Von ihrer Hauptstadt Konstantinopel aus verfügte sie kaum mehr über die Herrschaftsgewalt, ihre Peripherien zu kontrollieren.5 Die Anzahl von Revolten 1 Der Vertrag von Küçük Kaynarca (1774) markiert den Beginn einer neuen Epoche in der osmanischen Geschichtsschreibung und läutet „das längste Jahrhundert des Reiches“ ein. Vgl. İlber Ortaylı, İmparatorluğun En Uzun Yüzyılı, 25. Aufl., Istanbul  2005. 2 Bezeichnungen für diese Region gibt es viele – Europäische Türkei, Türkei in Europa, Europäisches Osmanisches Imperium, Europäische Levante oder Orientalische Halb- insel. In dieser Arbeit wird jedoch der Begriff Balkan verwendet, auch wenn es sich um eine nachweislich falsche Bezeichnung handelt, da sie sich im Sprachgebrauch durchgesetzt hat. Die Osmanen selbst bezeichneten dieses Gebiet als Rumelien oder Rum-eli, welches übersetzt „das Land der Römer“ bedeutet. Andere Bezeichnungen waren auch Rumeli-i şâhane (imperiales Rumelien) oder Avrupa-i Osmâni (osmani- sches Europa). Vgl. Martina Baleva, Bulgarien im Bild. Die Erfindung von Nationen auf dem Balkan in der Kunst des 19. Jahrhunderts, K...

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