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Wikipedia: Palimpseste der Gegenwart

Text- und Wissensverfahren im kollaborativen Hypertext

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Nathalie Mederake

Der technische und lexikografische Aufbau von Wikipedia, der zentralen Online-Enzyklopädie unserer Zeit, ermöglicht einen komplexen Interaktionsraum. Doch welche Prozesse und Routinen kommen dort zum Einsatz? Die Autorin analysiert und beschreibt medienlinguistische sowie lexikografische und wissenssystematische Erscheinungen. Die Form digitaler Überschreibung präsentiert sich dabei als neues Phänomen der Wissensbearbeitung und -kommunikation. Systematische Beobachtungen und deren Überprüfung an ausgewählten Artikeln schaffen zudem erstmals die Möglichkeit eines umfassenden Instrumentariums für die Textlinguistik. Die Studie liefert überdies wichtige theoretische und methodische Anregungen für weitere Forschungen zu digitalmedialen Kommunikationsgegenständen.

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4. Methodische Annäherung: Eine framegestützte Erschließung

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181 4. Methodische Annäherung: Eine framegestützte Erschließung 4.1 Die Rolle der Quaestio Die Notwendigkeit eines einheitlichen Gliederungssystems zur Darstellung von Textentwicklungen ist nicht nur im Bereich der Editionsphilologie (vgl. Mar- tens 1971: 166f.) ein Bedürfnis. Auch die historisch oder diachron orientierte Framesemantik sucht hier verschiedene Verfahrensweisen für sich zu erschlie- ßen. In Anlehnung daran, wird hier versucht mit der folgenden verbindenden Betrachtung von Quaestio und Frameheuristik sich einem methodischen Ansatz zu nähern. Zu erörtern ist dabei, wie man ein dynamisches Textinventar mit sei- nen vielfältigen Implikationen greifbar machen kann, wobei es zunächst sinn- voll erscheint, das grob beleuchtete Konzept der Quaestio aus Kapitel 1 wieder aufzugreifen, um auf diese Weise Kohärenzprozesse und Arten des Textaufbaus präzise betrachten zu können. So liefert die Formulierung einer impliziten Frage, die im Text beantwortet werden soll, wichtige Vorgaben für die Versprachlichung eines Wissensinventars. Die zugehörigen Entitäten sind etwa in der Quaestio verschiedenen referentiellen Domänen zugeordnet, zugleich gibt die Quaestio Vorgaben für die referentielle Besetzung dieser Domänen an, die für die Kohä- renzfrage kollaborativer Hypertexte fruchtbar gemacht werden können. Hierbei geht es jedoch nicht nur um den Wechsel von statischer und dynamischer Ko- härenz (vgl. dazu Kapitel 1.2.6) und um die Änderung der Quaestio über die Verfolgung von Hyperlinks zu anderen Knoten. Vielmehr soll beleuchtet werden, wie sich die Quaestio bei Überschreibungsprozessen von digitalen Textfassun- gen verhalten könnte. Dem Ansatz der Quaestio...

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