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Europa im Islam – Islam in Europa

Islamische Konzepte zur Vereinbarkeit von religiöser und bürgerlicher Zugehörigkeit

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Vivien Neugebauer

Wie ist es möglich, Bürger Europas und gleichzeitig Muslim zu sein? Die Autorin vergleicht aus differenzhermeneutischer Perspektive die Antworten von drei zeitgenössischen muslimischen Denkern. Sie zeigen, dass Europa und Islam durchaus zusammen gedacht werden können. Durch den Vergleich wird aber auch ein innerislamisches Spannungsfeld deutlich. Dieses bildet nicht nur die Vielfalt islamischer Wege ab, sondern stellt auch die kategoriale Unterscheidung von «islamisch» und «nichtislamisch» in Frage. Unter Betrachtung von Fragen der Partizipation, der Religionsfreiheit und des Miteinanders in einer wertepluralen Gesellschaft sind diese muslimischen Ansätze wertvolle Stimmen im Diskurs, wenn es nicht mehr nur darum geht, ob der Islam in Europa beheimatet werden kann – sondern «wie».

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3. Tariq Ramadan: Das Konzept von Europa als Raum der Bezeugung

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153 3. Tariq Ramadan: Das Konzept von Europa als Raum der Bezeugung „I am European by culture, Muslim by religion, Swiss by nationality, Egyptian by memory, and universalist in my principles!” Tariq Ramadan in Rotterdam 2006 256 Dramaturgie. Ramadan formuliert in seinem für seine weitere Arbeit grund- legenden Werk „Être Musulman Européen“ (1999)257 das Ziel, ein Konzept für das islamische Leben in Westeuropa zu entwickeln. Dieses widmet sich den Forschungsfragen der vorliegenden Arbeit. So ist Ramadans Europa-Konzept grundlegend als das eigens von ihm entwickelte Konzept aufbereitet und dabei noch erweitert: Das an dieser Stelle rekonstruierte Europa-Konzept nimmt die Vertiefungen und auch Entwicklungen bzw. Abweichungen auf, welche in Rama- dans anschließenden Werken festzustellen sind. 3.1 Ausgangssituation Tariq Ramadan nimmt unter den Muslimen in Europa Konflikte wahr, die ihm nicht fremd sind: Als Muslim in einem säkularen Umfeld sei er verstärkt damit konfrontiert gewesen, das Anrecht seiner Zugehörigkeit zu Europa zu recht- fertigen (vgl. Ramadan 2010a). Daher ist es ihm ein besonderes Bedürfnis, der jungen muslimischen Generation Orientierung zu bieten. Dafür greift er ein Konzept der klassischen islamischen Rechtswissenschaft auf, welches aus seiner Sicht ein „Hindernis“ für die Beheimatung der Muslime in Westeuropa darstellt (vgl. Ramadan 2004a, 25f.). Es handelt sich um das Konzept des Hauses bzw. Ge- bietes des Islams, welches die Zugehörigkeit zur islamischen Glaubensgemein- schaft regelt.258 256 Bechler 2006 (URL: http://www.tariqramadan.com/Democracy-Islam-and-the- politics,600.html). 257 Für diese Arbeit wurde auf die Übersetzung „Muslimsein in Europa“ zur...

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