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Ethik in Freiheit

Zur Grundlegung politischen Denkens bei Karl Jaspers

Paul R. Tarmann

Der Autor zeigt auf, dass die Idee der Freiheit für Karl Jaspers die Grundlage seines politischen Denkens und seiner politischen Ethik darstellt. Jaspers beschreibt, dass der Mensch aus Freiheit und Verantwortung heraus handeln soll, wobei die Motivatoren dafür Vernunft und Liebe seien. So kann der unbedingten Forderung entsprochen werden. Auch in der Politik soll diese Maxime umgesetzt werden. Dementsprechend ist Ethik in Freiheit die Grundlegung von Jaspers’ politischem Denken.
«Der Autor hat uns mit diesem Buch Karl Jaspers und seine Idee der Freiheit neu nahe gebracht. Möge es viele Früchte der Freiheit tragen und verbreiten!»
O. Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Manfried Welan (Universität für Bodenkultur Wien)
«Der Aufgabe, eine politische Ethik bei Jaspers zu rekonstruieren, hat sich Paul R. Tarmann in vorbildlicher Weise unterzogen.»
O. Univ.-Prof. Dr. Norbert Leser † (Universität Wien)

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Hinführung: Karl Jaspers und die politische Ethik (Norbert Leser)

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17 Norbert Leser: Karl Jaspers und die politische Ethik Der Philosoph Karl Jaspers hat keine eigene politische Ethik geschrieben, aber er hat zahlreiche Beiträge verfasst, aus denen sich eine solche ableiten und herausdestillieren lässt. Der Aufgabe, eine solche Ethik zu rekonstruie- ren, hat sich Paul R. Tarmann in vorbildlicher Weise unterzogen. Jaspers hat es in seinem philosophischen Schaffen verstanden, seinerseits alle Quellen der Philosophie, aus denen er schöpfte, heranzuziehen und zu einem Ge- samtbild zu vereinen. Weil Jaspers sowohl antike als auch – ohne auf dem Boden der christlichen Offenbarungsreligion zu stehen – christliche und modern-aufklärerische Positionen vertrat und kombinierte, darf er als ein universaler Denker angesprochen und dann auch so interpretiert werden. Und weil Jaspers’ Denkansätze aus verschiedenen Perioden der Geis- tesgeschichte, vor allem der deutschen, heranzog und aktualisierte, hat er nicht nur wertvolle Beiträge zur Kultivierung und Re-Humanisierung der Nachkriegsgeschichte geliefert und geleistet, seine Ansätze und Mahnungen behielten auch nach der deutschen Wiedervereinigung, die zwanzig Jahre nach Jaspers’ Tod zustande kam, ihre Gültigkeit, so dass man ihn rückbli- ckend auch als eine prophetische Figur deuten kann, der die Überhöhung seiner Denkanstöße und ihren Eingang in eine neue Wirklichkeit nicht mehr erlebte. Es waren vor allem seine Vielseitigkeit und enzyklopädische Gelehrsam- keit, die ihn zur Rolle eines öffentlichen Mahners und Sozialpädagogen prädestinierten. Vor allem seine Überzeugung, dass das Politische nicht in sich selbst ruhe und sich selbst genüge, sondern sich dem „Überpolitischen“ verdanke, bewahrte ihn vor...

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