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Risikogeschäfte und strafbare Untreue

Entscheidungstheorie und Verhaltensökonomie im Strafrecht

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Martin Stenzel

Der Autor beschäftigt sich mit der Problematik der strafrechtlichen Beurteilung von Unternehmensentscheidungen im Rahmen des § 266 StGB. Er untersucht, ob unternehmerische Entscheidungen justiziabel sind und welche Einschränkungen gemacht werden müssen. Dazu stellt der Autor die Erkenntnisse der Entscheidungslehre und «Behavioral Economics» dar und analysiert sie umfassend. Er arbeitet heraus, inwieweit diese Erkenntnisse in das Strafrecht übertragen werden können, und zeigt deren Bedeutung für den Prozess der gerichtlichen Überprüfung einer unternehmerischen Entscheidung auf. Einen Schwerpunkt bildet die Frage, ob intuitive Entscheidungen tatsächlich schlechter als rationale Entscheidungen und daher zwangsläufig pflichtwidrig sind. Hierzu führte der Autor eine Umfrage unter Entscheidungsträgern durch.

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G. Behavioral Economics

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“[…] behavioral economics is not a distinct subfield of economics. It is a style of modeling, or a school of thought, which is meant to apply to a wide range of economic questions in consumer theory, finance, labor economics and so on.” 678 Das ökonomische Modell geht von der Grundannahme des „homo oeconomicus“ aus. Die Entscheidungslehre beruht auf den Erkenntnissen der „expected utility theory“. Die Aktualität dieser Theorie zeigt sich nicht zuletzt an der Verleihung des Nobelpreises für Wirtschaft im Jahr 2011 an Sargent und Sims. Diese gehen bei ihren Forschungen von der Rationalität der Entscheider aus, erweitern diese aber um subjektive Elemente. Die „expected utility theory“ wurde entwickelt, ohne auf die Erkenntnisse der Sozialwissenschaften Rücksicht zu nehmen. Insbesondere die Erkenntnisse der Psychologie und der Wirtschaftspsychologie wurden lange Zeit unberücksichtigt gelassen. Die Identität der Menschen wurde konsequent missachtet679. Die Betriebs- wirtschaftslehre hat sich lange Zeit als Naturwissenschaft gesehen, da passte es nicht, sich mit sozialwissenschaftlicher Forschung auseinanderzusetzen680. Das ökonomische Modell sieht sich seit jeher der Kritik ausgesetzt. Es wird einge- wendet, dass dieses Modell außer Betracht lasse, das Menschen in bestimmten Situ- ationen gegen das Rationalitätsprinzip verstoßen. Weiter wird eingewendet, dass die Erkenntnisse der Sozialwissenschaften zum Entscheidungsverhalten bewusst außer Acht gelassen werden681. Eingewandt wird seit jeher ebenfalls, dass die Menschen nicht über die kognitiven Fähigkeiten verfügen werden, welche durch die „expected utility theory“ aber vorausgesetzt werden682. Entgegen der Auffassung der traditionellen Ökonomie agiert der Mensch zuweilen ganz anders, als...

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