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Reflexivität im tschechisch-deutschen Sprachvergleich

Möglichkeiten und Grenzen einer Prognose

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Roland Wagner

Das Buch stellt einen Versuch dar, die Reflexivität von deutschen Verben ausgehend von den Übersetzungsäquivalenten im Tschechischen zu prognostizieren. Aufgrund der Äquivalenzbeziehung zwischen nicht-reflexiven Verben im Tschechischen und Deutschen und verschiedenen grammatischen Parametern erstellt der Autor Prognosen zur Reflexivität der deutschen Äquivalente zu den reflexiven tschechischen Verben. Dies geschieht ohne Rückgriff auf lexikographische Information. Dabei kristallisieren sich sowohl sprachübergreifend übereinstimmende sowie problematische Bereiche der Reflexivität heraus. Gewissermaßen nebenbei prüft der Autor verschiedene linguistische Theorien auf ihre prognostische Kraft hinsichtlich der Reflexivität.

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5. Syntaktische Reflexivität und Grenzfälle

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Für Fälle, bei denen die Reflexivität im Tschechischen auf die Besetzung einer Valenzposition eines nicht- reflexiven Verbs zurückgeht und die ich nach Grepl/ Karlík (1998, 238) terminologisch als Fälle von „syntaktischer Reflexivierung“100 bezeichne, habe ich in Kap. 4.4 (P1) generell die Existenz von parallelen refle- xiven Konstruktionen im Deutschen prognostiziert, sofern im Deutschen ein geeignetes Übersetzungsäquivalent für das nicht- reflexive Verb im Tschechischen zur Verfügung steht. Voraussetzung für die Validität der Prognose ist, dass die Reflexivierung im Tschechischen wirklich dem syntaktischen Typ zugerechnet werden kann. Die Bedingungen dafür habe ich im Rahmen des Literaturüber- blicks und erneut im eben genannten Kapitel konkretisiert. In Rückgriff auf das in Kap. 1 gegebene Schema lässt sich das Vorgehen bei der Prognose wie in (1) veranschaulichen: (1) A-1, A-2 (A-3) ↔ A-1, A-2 (A-3) ↓ A-1, A-2 (A-3) ? Die Prognose geht vom tschechischen Aktantenrahmen (im Schema links oben notiert) aus und beobachtet sein Verhalten bei Reflexivierung (der vertikale, nach unten gerichtete Pfeil). Stellt man fest, dass es zu keinerlei Veränderungen am Aktantenrahmen kommt (und kann man gleichzeitig die lexikalische Identität des Valenzträgers garantieren), dann liegt syntaktische Reflexivierung vor. Nun prüft man (der Doppelpfeil im oberen Teil des Schemas), ob für das nicht- reflexive Verb im Tschechischen ein äquivalentes Verb im Deutschen mit identischem Aktantenrahmen zur Verfügung steht. Ist dies der Fall, kann man das Fragezei- chen im Schema durch die entsprechende reflexive Konstruktion im...

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