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Anlageberatung im Spannungsfeld zwischen Verbraucherschutz und Überregulierung

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Gero Lingen

Die Anlageberatung besitzt in Deutschland eine enorme Bedeutung, weil zahlreiche Verbraucher keine eigenen Finanzkenntnisse besitzen. Sie sind daher im Vorfeld ihrer Anlageentscheidungen auf eine externe Beratung angewiesen. Der Gesetzgeber steht angesichts des hohen Beratungsbedarfs vor der großen Herausforderung, adäquate Rahmenbedingungen zu schaffen, um ein angemessenes Verbraucherschutzniveau sicherstellen zu können, ohne zugleich die Anbieterseite mit überflüssigen Regeln zu behindern. Vor diesem Hintergrund analysiert und bewertet der Autor ausführlich das aktuell bestehende Spannungsverhältnis zwischen notwendigem Verbraucherschutz einerseits und der Gefahr einer Überregulierung andererseits.

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§ 10 Mögliche Optimierungsansätze für eine interessengerechtere Anlageberatung

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Im Verlauf der Arbeit wurde aufgezeigt, dass es unter anderem aufgrund von Regulierungsmaßnahmen zu negativen Einflüssen auf die Anlageberatung ge- kommen ist, die sowohl auf der Seite der Institute als auch der Kunden spürbar sind. Teilweise sind zudem bereits deutliche Einschränkungen in der Anlage- beratung und sogar Beratungsverzichte erkennbar. Zeitgleich zu dieser Ent- wicklung bleibt der Bedarf an guter Anlageberatung allerdings bestehen und erhöht sich angesichts des demografischen Wandels vor allem auch für jüngere Generationen (Vorsorge). Im folgenden Abschnitt sollen daher potenzielle Optimierungsansätze für eine interessengerechtere Beratung untersucht werden, die dazu beitragen könn- ten, dass langfristig sowohl ein flächendeckendes Beratungsangebot als auch ein adäquater Kundenschutz sichergestellt sind. I. Begriffsbestimmung: interessengerechtere Anlageberatung Unter dem nachfolgend zugrunde gelegten Begriff der „interessengerechteren“ Anlageberatung soll ausdrücklich nicht eine ausschließlich „kundengerechtere“ Beratung verstanden werden. Zwar werden primär solche Optimierungsmög- lichkeiten thematisiert, die eine Erhöhung des Kundenschutzes intendieren, allerdings sollen zugleich auch stets die praktischen Auswirkungen aus der Insti- tutssicht analysiert und die praktische Umsetzbarkeit bewertet werden. Dauerhaft muss es nämlich bereits aus volkswirtschaftlicher Sicht Ziel sein, angemessene (gesetzliche) Rahmenbedingungen in der Anlageberatung zu schaffen, die den Interessenlagen aller Beteiligten, namentlich dem Ertragsinteresse der Institute sowie ihrer Berater einerseits und dem Interesse der Kunden an einer guten An- lageberatung andererseits, Rechnung tragen. Im Falle eines spürbaren Ungleich- gewichtes, etwa aufgrund einer Überregulierung wie sie derzeit aufgrund der Protokollierungspflicht besteht, treten nämlich langfristig gravierende negative Folgen ein...

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