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Historische Mündlichkeit

Beiträge zur Geschichte der gesprochenen Sprache

Series:

Elmar Eggert and Jörg Kilian

Der Band präsentiert in zwölf Beiträgen Ansätze, Methoden und Ergebnisse zur Erforschung der Geschichte der gesprochenen Sprache in unterschiedlichen Philologien. Diese zeigen einerseits die methodischen Schwierigkeiten der Untersuchung historischen Sprechens auf, andererseits stellen sie empirische Analysen ausgewählter Aspekte des gesprochenen Wortes aus verschiedensten Sprachräumen vor. Die Einzelanalysen behandeln die Erforschung des Sprechens über einen Zeitraum von über 2000 Jahren, vom mündlichen Lateinischen über das gesprochene Altspanische und Altniederdeutsche bis hin zu Aufzeichnungen direkter Rede in Protokollen des Altenglischen oder in mündlicher Diktion geschriebener Texte des Friesischen.

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„Ist das Kunst? Oder ist es Lässigkeit?“ Zur konzeptionellen Mündlichkeit in Sallusts historiographischen Werken (Thorsten Burkard)

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Thorsten Burkard (Kiel) „Ist das Kunst? Oder ist es Lässigkeit?“ Zur konzeptionellen Mündlichkeit in Sallusts historiographischen Werken Abstract: The aim of this paper is to prove that many signs of conceptual orality (cf. the orality‑model of Vilmos Ágel and Mathilde Hennig) can be found in the historical works of Sallust (first century BC) and to refute theories that Sallust’s style was manneristic (Will Richter) or anti‑Ciceronian. Additionally, the paper offers an overview of the ancient evi‑ dence concerning Sallust’s way of writing. 1. Sallusts Stil: Die Vorbilder Archaisierend, vulgär, manieristisch, knapp, unverständlich, würdevoll, rhe‑ torisch, poetisch, reich an Neologismen, catonisch, thukydideisch, anti‑cice‑ ronisch – der Stil des römischen Historikers Gaius Sallustius Crispus (86–35 v. Chr.) hat im Laufe der Forschungsgeschichte viele verschiedene, teilweise sehr gegensätzliche Etikettierungen erhalten.1 Eines haben alle diese Einschätzun‑ gen jedoch – mit einer Ausnahme – gemeinsam: Sie beziehen sich allesamt auf einen literarischen, also schriftsprachlichen Stil, der auf schriftliche Vorbilder zurückgeht, insbesondere auf frühere historiographische Werke. Und in der Tat lässt sich nicht bestreiten, dass Sallusts Stil am Schnittpunkt mehrerer litera‑ rischer Traditionen steht. Es stellt sich somit die Frage, inwieweit die Behand‑ lung eines literarischen Autors in diesem Sammelband eine Berechtigung haben kann. Um diese präliminare Frage beantworten zu können, muss man zunächst einen Blick auf Sallusts Methode der literarischen Nachahmung werfen.2 Zu 1 Von Sallust sind zwei Monographien vollständig erhalten: eine Darstellung der Verschwö‑ rung des Catilina (63...

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