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Historische Mündlichkeit

Beiträge zur Geschichte der gesprochenen Sprache

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Edited By Elmar Eggert and Jörg Kilian

Der Band präsentiert in zwölf Beiträgen Ansätze, Methoden und Ergebnisse zur Erforschung der Geschichte der gesprochenen Sprache in unterschiedlichen Philologien. Diese zeigen einerseits die methodischen Schwierigkeiten der Untersuchung historischen Sprechens auf, andererseits stellen sie empirische Analysen ausgewählter Aspekte des gesprochenen Wortes aus verschiedensten Sprachräumen vor. Die Einzelanalysen behandeln die Erforschung des Sprechens über einen Zeitraum von über 2000 Jahren, vom mündlichen Lateinischen über das gesprochene Altspanische und Altniederdeutsche bis hin zu Aufzeichnungen direkter Rede in Protokollen des Altenglischen oder in mündlicher Diktion geschriebener Texte des Friesischen.

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Zur Rekonstruktion historischer regionalsprachlicher Mündlichkeit aus der Perspektive der historischen Graphematik (Fausto Ravida)

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Fausto Ravida (Trier) Zur Rekonstruktion historischer regionalsprachlicher Mündlichkeit aus der Perspektive der historischen Graphematik Abstract: Historical graphemics assumes a fundamental relation between written language and the phonic level making it a useful method for reconstructing traces of orality in textual traditions. The present paper introduces this approach using the phonological analysis of the Luxembourg account books (1388–1500) as a model. 1. Einleitung Wenn von Mündlichkeit im Gegensatz zu Schriftlichkeit gesprochen wird, ver‑ bindet man damit gemeinhin Wörter, Sätze, gebundene Rede. Der vorliegende Beitrag behandelt einen ganz spezifischen Ausschnitt von Mündlichkeit, den der Lautlichkeit. Im Gegenwartsdeutschen bestehen aufgrund des direkten Zugangs zur gesprochenen Sprache keine Probleme, ein Korpus zu erstellen, um lautliche Phänomene und Strukturen genau zu beschreiben und zu interpretieren. Die Analyse dieser Spracheinheiten wird in den Disziplinen der Phonetik und der Phonologie geleistet. Historisch ist dieser direkte mediale Zugang zur Münd‑ lichkeit aber blockiert. Daraus ergibt sich die Frage nach einer Methodik, die es erlaubt, dennoch Rückschlüsse auf Aussprachephänomene früherer deutscher Sprachstufen zu ziehen. Ziel dieses Beitrags ist es, die Möglichkeiten der Rekon‑ struktion von Spuren und Reflexen der Mündlichkeit mittels handschriftlicher Zeugnisse aus der Sicht der historischen Graphematik exemplarisch zu beschrei‑ ben. Als regionalsprachliches Beispiel dient dabei das Korpus der Luxemburger Stadtrechnungen (1388–1500), die dem moselfränkischen Sprachraum zuzuord‑ nen sind. 2. Historische Graphematik und Phonologie Der wesentliche Unterschied zwischen der historischen und der gegenwarts‑ sprachlichen Schriftlichkeit besteht darin, dass wir es im...

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