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Historische Mündlichkeit

Beiträge zur Geschichte der gesprochenen Sprache

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Edited By Elmar Eggert and Jörg Kilian

Der Band präsentiert in zwölf Beiträgen Ansätze, Methoden und Ergebnisse zur Erforschung der Geschichte der gesprochenen Sprache in unterschiedlichen Philologien. Diese zeigen einerseits die methodischen Schwierigkeiten der Untersuchung historischen Sprechens auf, andererseits stellen sie empirische Analysen ausgewählter Aspekte des gesprochenen Wortes aus verschiedensten Sprachräumen vor. Die Einzelanalysen behandeln die Erforschung des Sprechens über einen Zeitraum von über 2000 Jahren, vom mündlichen Lateinischen über das gesprochene Altspanische und Altniederdeutsche bis hin zu Aufzeichnungen direkter Rede in Protokollen des Altenglischen oder in mündlicher Diktion geschriebener Texte des Friesischen.

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Stumme Ohrenzeugen. Methodologische Überlegungen zur Rekonstruktion altschwedischer Mündlichkeit (Steffen Höder)

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Steffen Höder (Kiel) Stumme Ohrenzeugen. Methodologische Überlegungen zur Rekonstruktion altschwedischer Mündlichkeit1 Abstract: The contribution addresses the problem of reconstructing the spoken language of the Old Swedish period (13th – 16th c.) on the basis of written corpora. It proposes two approaches: an ‚operational one‘ (via identifying specifically written features) and an ‚in‑ direct one‘ (via fictional orality). 1. Einführung Jede Untersuchung historischer Sprache muss damit umgehen, dass die Reprä‑ sentativität des zugrunde liegenden Datenmaterials (idealerweise in Form von Korpora) schwer bestimmbar und in jedem Fall eingeschränkt ist. Zwar sind auch gegenwartssprachliche Korpora in der Regel eingeschränkt repräsentativ, etwa indem sie überproportional stark standardnahe geschriebene Sprache abbilden. Diese Form von Unausgewogenheit kann man jedoch recht gut einschätzen, me‑ thodologisch reflektieren und bei Bedarf auch beseitigen, etwa durch die Nacher‑ hebung von Daten. Für ältere Sprachstufen ist dieser Mangel hingegen gravierend und prinzipiell irreparabel, und zwar in der Regel um so mehr, je länger die entsprechenden Perioden zurückliegen (vgl. auch Claridge 2008: 246 ff.): Weite Teile der Gesamtsprache sind dann nicht direkt beobachtbar. Das gilt besonders für den Unterschied zwischen geschriebener und gesproche‑ ner Sprache: Geschriebene Sprache ist zumindest in bestimmten, wenn auch nicht immer eindeutig abgrenzbaren und zum Teil erkennbar sehr kleinen Ausschnitten überliefert, gesprochene Sprache dagegen überhaupt nicht.2 Das ist nicht nur für die im engeren Sinne an der Phonie als Medium interessierten Disziplinen wie die his‑ torische Phonologie ein Problem, sondern letztlich auch für alle anderen...

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