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Historische Mündlichkeit

Beiträge zur Geschichte der gesprochenen Sprache

Series:

Elmar Eggert and Jörg Kilian

Der Band präsentiert in zwölf Beiträgen Ansätze, Methoden und Ergebnisse zur Erforschung der Geschichte der gesprochenen Sprache in unterschiedlichen Philologien. Diese zeigen einerseits die methodischen Schwierigkeiten der Untersuchung historischen Sprechens auf, andererseits stellen sie empirische Analysen ausgewählter Aspekte des gesprochenen Wortes aus verschiedensten Sprachräumen vor. Die Einzelanalysen behandeln die Erforschung des Sprechens über einen Zeitraum von über 2000 Jahren, vom mündlichen Lateinischen über das gesprochene Altspanische und Altniederdeutsche bis hin zu Aufzeichnungen direkter Rede in Protokollen des Altenglischen oder in mündlicher Diktion geschriebener Texte des Friesischen.

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Theodor Heinrich Fürchtegott Hansen (1837–1923), ein schreibender Semi-Sprecher des Halligfriesischen (Jarich Hoekstra)

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Jarich Hoekstra (Kiel) Theodor Heinrich Fürchtegott Hansen (1837–1923), ein schreibender Semi-Sprecher des Halligfriesischen Abstract: This article tries to track down the elements that might be characteristic of the language of semi‑speakers by comparing the language of a historical (writing) semi‑speaker of the North Frisian dialect of the Halligen both with that of contemporary fluent speakers and with linguistic developments towards the present‑day dialect. 1. Einführung Theodor Heinrich Fürchtegott Hansen, die Person, um die es sich in diesem Aufsatz dreht, schrieb in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zwei kleine Komödien auf Halligfriesisch. Er lebte von 1837 bis 1923 und somit in einer Zeit, als es erstmals möglich wurde, gesprochene Sprache aufzunehmen. Die ältesten Tonaufzeichnungen des Nordfriesischen stammen vom Anfang der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts.1 Es handelt sich dabei um Wachszylin‑ deraufnahmen des Hallenser Professors Otto Bremer, der nicht nur einer der Pioniere der Phonetik in Deutschland war, sondern sich auch um die Frisistik verdient gemacht hat.2 Das halligfriesische ‚Gerede‘ von Theodor Hansen hätte also durchaus aufgezeichnet werden können. Das ist jedoch, soweit wir wissen, nicht passiert und wir sind deshalb auf das Wenige angewiesen, das er uns schriftlich hinterlassen hat, um daraus Rückschlüsse über seinen mündlichen Sprachgebrauch zu ziehen. Geschriebene und gesprochene Sprache unterschei‑ den sich in vielerlei Hinsicht voneinander, aber gerade in dem Bereich, der uns hier hauptsächlich interessieren wird, der Grammatik, sind die Unterschiede normalerweise nicht grundlegend. Außerdem geht es...

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