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Grenzenloser Kinderwunsch

Leihmutterschaft im nationalen, europäischen und globalen rechtlichen Spannungsfeld

Nadine Lederer

Leihmütter werden heute zunehmend von Paaren aus aller Welt in Anspruch genommen. Die Autorin geht den aktuellen Fragen, die dieser Trend aufwirft, insbesondere mit Blick auf das internationale Privat- und Zivilverfahrensrecht nach. Die Abstammung des Kindes, seine Staatsangehörigkeit, die Möglichkeit einer Adoption sowie das Kindeswohl stehen dabei im Fokus. Nicht zuletzt bleibt fraglich, ob die ausländischen Entscheidungen, nach denen die Wunscheltern die rechtlichen Eltern sind, anzuerkennen sind und wie mit den Geburtsurkunden zu verfahren ist. Bislang fehlen dafür interessengerechte Regelungen. Die Autorin ermittelt den auf internationaler Ebene bestehenden Handlungsbedarf und entwickelt Vorschläge für eine zukünftige Handhabung von grenzüberschreitenden Leihmutterschaftsfällen.

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§ 1 Einleitung

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17 § 1 Einleitung Florian und Marie Wilke, ein deutsches Ehepaar, versuchen seit Jahren vergeblich, ein Kind zu bekommen, um ihr Familienglück perfekt zu machen. Doch bei einer ärztlichen Untersuchung wurde festgestellt, dass Marie zwar gesunde, befruch- tungsfähige Eizellen besitzt, sie jedoch aufgrund eines Gebärmutterdefekts nicht in der Lage ist, ein Kind auszutragen. Das Paar denkt über eine Adoption nach, doch in Deutschland stehen zu wenige Neugeborene zur Vermittlung zur Verfügung. Marie und Florian wollen unbedingt ein Baby, das erst wenige Monate alt ist. An einem bereits mehrere Jahre alten Kleinkind oder gar einem launischen Teenager haben sie kein Interesse. Auch eine Auslandsadoption gestaltet sich als äußerst schwierig. Das langwierige, komplizierte Adoptionsverfahren mit all seinen bürokratischen und rechtlichen Hürden, geknüpft an nahezu endlose Wartezeiten und die umfassende Überprüfung der Bewerber auf Herz und Nieren durch die Adoptionsbehörden, schrecken das Paar ab. Deprimiert und entmutigt haben Marie und Florian sich bereits (beinahe) damit abgefunden, ihr künftiges Leben nur in trauter Zweisamkeit zu verbringen, als Florian beim Surfen durchs Internet an einem verregneten Sonntag plötzlich eine interessante, hoffnungsfrohe Entdeckung macht: Zauberwort „Leihmutter“. Das auf Leihmutterschaft spezialisierte Kinderwunschzentrum „BioRevolution“ wirbt in der Ukraine mit dem Slogan „Babyglück leicht gemacht“. Hohe Erfolgsquoten bei der künstlichen Befruchtung und keine Wartezeiten – abgesehen von der neun- monatigen Schwangerschaft – werden garantiert, um das Familienglück perfekt zu machen. Versprochen wird den Wunscheltern ein Kind, dessen rechtliche Eltern sie sind und das von einer Leihmutter ausgetragen...

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