Show Less

Die Kapitalverfassung der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)

Series:

Sven C. Stumm

Das Buch thematisiert die Kapitalverfassung der im Jahr 2008 eingeführten Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt). Mit inzwischen über 100.000 Handelsregistereintragungen ist der Boom der UG weiterhin ungebrochen. Obwohl sie grundsätzlich als GmbH-Variante und nicht als eigenständige Rechtsform konzipiert ist, zeigt sie diverse Besonderheiten – etwa in ihrer Finanzverfassung – auf, die an dieser Dogmatik zweifeln lassen. Insbesondere ihre gesetzliche Rücklage ist auch mehr als sieben Jahre nach dem MoMiG stetes Konfliktthema im Bereich des Kapitalschutzes. Die Kapitalaufbringung der UG und eine womöglich erweiterte Vermögensbindung sind zur GmbH mit ihrem Seriositätsbonus zu positionieren. Auch ihr Einsatz als Konzerngesellschaft und vor allem als Vorrats- und Mantelgesellschaft wirft rechtliche Fragen auf.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Teil 5: Schlussbetrachtung

Extract

Die Haftungstrennung als wichtiges Instrumentarium der Kapitalgesellschaft be- darf angesichts der Einführung der UG keiner besonderen Legitimation durch ein „Vermögensopfer“ mehr. Sie beschränkt den finanziellen Aufwand der Gesellschafter auf ihre Einlage und soll Gründer zu mehr unternehmerischem Risiko motivieren, was gleichzeitig zu einem partiellen Risikotransfer auf die Gläubiger führt. Das Mindestkapital aus § 5 Abs. 1 GmbHG kann nicht mehr zur Vermeidung unseriöser Gründungen dienen. Insbesondere ist das UG-Sonderrecht nicht als Kompensation für das fehlende Mindestkapital und „Preis“ der Haftungstrennung zu sehen. Diese ist nicht mehr zu legitimieren, sondern zu erklären. Sie rührt vor allem aus dem rechtsökonomischen Bedürfnis der Risikominimierung für Unternehmensgründer. Einzige Rechtfertigung des Mindestkapitalerfordernisses ist es, die GmbH und die UG anhand des Bonitätsbonus der GmbH in einem Seriositätsgefälle zu verorten. Davon ist insgesamt das mit einem hohen Stammkapital verbundene Seriositätssig- nal zu unterscheiden. Der Seriositätsbonus der GmbH lässt nur das UG-Sonderrecht entfallen und unterstellt eine Art Grundseriosität als Vertrauensbonus. Dieser recht- fertigt es, der GmbH insgesamt ein breiteres Einsatzspektrum zur Verfügung zu stellen. Aufgrund der fehlenden Legitimationsfunktion der UG-Kapitalaufbrin- gung ist de lege ferenda an ihr zu zweifeln. Die Variabilität des UG-Stammkapitals zeigt, dass es an das unternehmerische Bedürfnis angepasst werden kann und letzt- lich keinem Gläubigerschutz dient. Dann hätte es auch innerhalb des UG-Gefüges im Grunde keiner zwangsweisen Kapitalaufbringung gebraucht. Um eine Umgehung der GmbH-Kapitalaufbringung und damit des...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.