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Rechtsklugheit

Beitrag zu einer Rhetorischen Rechtstheorie

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Christian Nierhauve

Rechtsklugheit – Jurisprudenz – ist nicht Rechtswissenschaft. Die Rechtsklugheit ist die menschliche Fähigkeit, in einer kontingenten Praxis situationsangemessene Entscheidungen zu treffen; verstanden als eine habitualisierte Denk- und Handlungsweise vom begründenden Reden und begründeten Entscheiden. Idealvorstellungen von Rechtswissenschaft, Rechtslogik, Rechtsrationalität und Rechtsmethodik dominieren in der Gegenwart das rechtstheoretische Angebot der Selbstbeschreibungsmuster. Der vorwissenschaftliche Begriff Rechtsklugheit hingegen findet kein theoretisches Interesse. Angeregt durch die Vorarbeiten aus der sogenannten Rhetorischen Rechtstheorie schlägt der Verfasser die Rechtsklugheit im Reflexionsrahmen von praktischer Philosophie, Topik und Rhetorik als Bezeichnung für eine juridische Denk- und Handlungsweise vor.

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Inhaltsverzeichnis

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Exordium ..................................................................................................................15 Teil 1 – Rechtsklugheit als Desiderat einer Rhetorischen Rechtstheorie ...........................................................................................................23 I. Theodor Viehwegs Topik und Jurisprudenz ..................................................23 1. Viehwegs Topikthese als rechtsphilosophischer Standpunkt im Kontext juridischer Selbstbeschreibung .................................................... 23 2. Vicos Hinweis als Viehwegs inventio ......................................................... 27 3. Viehwegs Topik als Problemdenken ........................................................... 28 4. Rechtsklugheit als Desiderat in Viehwegs Gesamtwerk .......................... 34 II. Der Begriff Jurisprudenz im Werk Ottmar Ballwegs ..................................36 1. Ballwegs Untersuchung Rechtswissenschaft und Jurisprudenz ............... 36 a) Kleine Propädeutik der Kybernetik ..................................................... 38 aa) Norbert Wiener und der Geist einer Bewegung ....................... 38 bb) Allgemeine und angewandte Kybernetik .................................. 41 cc) Der Begriff des Systems und systemisches Denken ................. 41 dd) Das sog. Regelkreismodell ........................................................... 43 b) Ballwegs Anwendung der Kybernetik auf die Jurisprudenz ............. 45 c) Was von Rechtswissenschaft und Jurisprudenz bleibt......................... 50 Teil 2 – Der Begriff der Jurisprudenz und das Fehlen einer römischen Rechtsphilosophie................................................................55 I. Das Problem einer geistesgeschichtlichen Verortung der Rechtsklugheit ...........................................................................................55 1. Die iuris prudentia der römischen Rechtsgeschichte .............................. 56 2. Die iuris prudentia Bestimmungen aus Inst. 1, 1 u. Digst. 1, 1, 10 ............................................................................ 58 II. Folgerungen aus der römischen Rechtsgeschichte für den weiteren Gang der Untersuchung ....................................................61 12 Teil 3 – Die Rekonstruktion der Rechtsklugheit anhand der praktischen Philosophie des Aristoteles ................................................65 I. Der Begriff der Klugheit in der praktischen Philosophie des Aristoteles .............................................................................65 II. Die Nikomachische Ethik als Hauptbezugstext .............................................67 III. Gegenstand und Ziel der ethischen Untersuchung sowie ihre Art und Grenzen der Erkenntnismöglichkeiten ..................................68 1. Die Suche nach dem besten Strebensgut ................................................... 68 2. Die Ethik als eine Art politische Untersuchung ....................................... 71 3. Die Erkenntnisgenauigkeit des...

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